Palmöl: Billiges Fett regiert die Welt!

Autor: Torsten Altmann

PK Steinbichler
Leo Steinbichler lässt nicht locker, immer wieder auf die Palmöl-Problematik hinzuweisen. „Konsumenten werden Produkte angeboten als veganes Fett, so intelligent verpackt und man findet darin Palmöl“, kritisierte Steinbichler erst gestern wieder bei einer dringlichen Anfrage im Parlament. Foto: Altmann

„Palmöl - ein billiges Fett, das die Welt regiert“ ist nicht nur der Titel einer Diplomarbeit von vier Schülerinnen der HLW Steyr, sondern eine bedenkliche Tatsache, erklärte gestern Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler zu Beginn seines Debattenbeitrags zu einer Dringlichen Anfrage des Team Stronach. Statt weiterer Palmöl-Importe müsse eine Stärkung der regionalen Produkte das Ziel sein, verlangte Steinbichler.

Mittlerweile finde man in nahezu jedem zweiten Produkt Palmöl, „jetzt in der Vorweihnachtszeit ist in 80 Prozent der Kekse Palmöl drinnen“, so Steinbichler. Man müsse hinterfragen, was die Palmölthematik vor Ort und in Europa auslöse. „Wie kann man ein Produkt bedenkenlos nach Europa importieren, das die Bevölkerung, aber auch die Tierwelt gefährdet? 1000 ha Regenwald werden stündlich für die Palmölproduktion gerodet“, warnte Steinbichler. 90 Prozent der Rodungen seien zudem illegal. Abgesehen von den Klima- und Umweltkatastrophen, die dadurch ausgelöst würden, „stehen auch Millionen Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge damit in engem Zusammenhang“, so der Team Stronach Mandatar.
 
Die Konsumenten würden trotz ihres Bestrebens, gesunde Lebensmittel zu kaufen, oft hinters Licht geführt. „Da werden Produkte angeboten als veganes Fett, so intelligent verpackt und man findet darin Palmöl“, kritisierte Steinbichler.
 
Auch die Auswirkungen auf die Milchproduktion sprach Steinbichler an. „Hier reden wir von Überschüssen, aber das ist alles künstlich gemacht. Wir erschaffen sogar ein Milchprogramm und starten eine Abschlachtungswelle von Milchkühen“, empörte sich Steinbichler. Das zerstöre aber auch die gepflegten Kulturlandschaften und habe Auswirkungen auf den ländlichen Raum.
 
„Wir bräuchten 31 Mio. zusätzliche Milchkühe in Europa
 
Man müsse sich vor Augen halten, was passieren würde, wenn man Palmöl mit Milchfett bzw. heimischen Pflanzenfetten substituieren würde: „Im Moment gibt es 29 Mio. Milchkühe in Europa. Dann würden wir zusätzlich 31 Mio. Milchkühe brauchen. Das würde regionale Firmen und die Bauwirtschaft fördern - wir hätten ein Wirtschaftswunder!“,  erklärte Steinbichler und forderte: „Wir müssen die Menschen und die Regionalität in den Vordergrund stellen und dürfen sie nicht am Altar der Globalisierung opfern!“

„Eine Palmölsteuer ist unumgänglich“, so Steinbichler und betonte ausdrücklich, hier handle es sich um keine Steuern und neuen Belastungen für die Bürger und Unternehmer. „Im Hinblick auf Natur und Nachhaltigkeit müssen wir Maßnahmen ergreifen, von denen alle profitieren: das Klima, die Umwelt, die Gesundheit, die Arbeitsplätze und die wertvolle Kulturlandschaft Österreichs“, erklärte Steinbichler.

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