Titschenbacher kritisiert hohe Rundholzimporten der Sägeindustrie

Autor: Torsten Altmann

Titschenbacher, Rosenstatter
Titschenbacher und Rosenstatter appellieren an die Sägeindustrie, ihre Verantwortung gegenüber ihren Partnern wahrzunehmen.
Quelle: Raiffeisenverband Steiermark

Wegen der extremen Borkenkäferplage müsste das frisch befallene Holz geerntet und aus dem Wald abtransportiert wird, bevor die Jungkäfer ausfliegen und neue, geschwächte Bäume befallen können. Problem: Die Sägewerke holen das bereit gestellte Rundholz nicht ab, weil ihre Rundholzlager zum Bersten voll sind. Der Grund sind hohe Importe von billigerem Rundholz aus Nachbarländern.

Im Ergebnis daraus komme es zu neuen Forstschutzproblemen, die wieder hohe Zusatzkosten für die bereits schwer betroffenen Waldbesitzer verursachen, beschreibt Präsident Franz Titschenbacher, Forstausschuss-Vorsitzender der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, die aktuelle, äußerst prekäre Situation.

"Sägeindustrie ist in der Verantwortung gegenüber Partnern"

"Die Sägeindustrie ist in der Verantwortung gegenüber ihren Partnern in Österreich und der gesamten Gesellschaft. Bereits im Vorjahr haben wir die Sägewerke darauf hingewiesen, dass heuer aufgrund der klimatischen Extremsituation sehr viel Holz kommen wird. Dennoch haben sie heuer mehr aus Deutschland und Tschechien importiert, als 2017, erklärt Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich. "Weil das Holz im Ausland noch billiger zu bekommen ist, bleiben sogar vertraglich abgeschlossene Holzmengen in unserem Wald liegen. Dieses Holz hat bei der Ernte aber noch eine sehr gute Qualität. Der Qualitätsverlust erfolgt erst, wenn das Holz nicht abgeholt wird, zum Schaden der Waldbesitzer. Daher sind die Sägewerke aufgerufen, ihre Importe sofort auf ein Minimum zu reduzieren und die immer wieder eingeforderten Holzmengen auch bei den österreichischen Waldbesitzern abzuholen."

"Der Sägerundholzmarkt ist derzeit in ganz Österreich völlig überlastet. Die Forstbetriebe sollten mithelfen, dass es zu einer möglichst raschen Entspannung bei den Sägewerken kommt. Derzeit sollten aus zwei Gründen keine gesunden Bäume umgeschnitten werden. Erstens, um den Markt zu entlasten und zweitens, um jene Bäume, die den Borkenkäferangriff und die Trockenheit überleben, gezielt weiter vermehren zu können", sind sich Titschenbacher und Rosenstatter einig.

Schlagworte

Holz, hohe, Titschenbacher, Bäume, Rundholz, Sägeindustrie, Sägewerke, Importe, Rosenstatter, Holzmengen

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