Soziale Projekte im ländlichen Raum: Zweimal top, einmal flop

Studienpräsentation
Georg Wiesinger und Oliver Tamme (beide Bundesanstalt für Bergbauernfragen) sowie Sigrid Egartner (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft) beschäftigten sich mit sozialer Landwirtschaft und dem Sozialkapital im ländlichen Raum.
Quelle: Burgstaller

Wie können sozial benachteiligte Menschen erfolgreich in die Landwirtschaft eingebunden werden, um in die Arbeitswelt zurückzufinden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Studie „Gute Konzepte am richtigen Ort? Soziale Landwirtschaft und Sozialkapital in ländlichen Regionen“.

Drei Konzepte wurden von Georg Wiesinger und Oliver Tamme (beide Bundesanstalt für Bergbauernfragen) sowie Sigrid Egartner (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft) kürzlich bei der Studienpräsentation vorgestellt. Sie befassten sich intensiv damit, welche Faktoren miteinspielten, welcher Erfolg bzw. Misserfolg bei den Projekten erzielt wurde. Um es vorweg zu nehmen: Zwei der vorgestellten Projekte laufen erfolgreich, eines nicht wirklich.

Erfolgreich ist ein Betreuungs- und Qualifizierungsprojekt für langzeitarbeitslose Frauen. Dies besteht seit 1996. Die Frauen aller Altersgruppen werden in St.Pölten Land in einer biologischen Gärtnerei miteingebunden. Der Kräutergarten ist bei den weiblichen Klientinnen sehr beliebt. 

„Therapie statt Strafe“ bekommen drogenabhängige und suchtkranke Menschen auf einer Landwirtschaft in Neukirchen. Ganz bewusst werden diese aus ihrem Umfeld herausgerissen und am Land isoliert. Neben der Arbeit mit Rindern, Schweinen und Ziegen erhalten die Kranken, hier auch eine geeignete Therapie zur Rehabilitation. Der Verein bietet diese Art von Therapie auch in den Bereichen Hotel und Catering und sei, laut Tamme, eine der führenden Einrichtung für Suchtkranke in Österreich.


Betreutes Wohnen „verblasst“

Beim dritten Projekt „Betreutes Wohnen am Bauernhof“, nahmen sich insgesamt 13 Bäuerinnen, um ältere Personen im Bezirk Perg an. Beim Umbau und bei der Ausbildung bekamen die Bäuerinnen anfangs große Unterstützung und fanden auch gesellschaftlichen Anklang. Im Laufe der Jahre kam es jedoch zu Problemen und ungeplanten Umständen. Heute bestünde nur noch einer der Betriebe in diesem Sinn, erklärte Wiesinger bei der Studienpräsentation. Das Konzept sei „verblasst“. In diesem Zusammenhang erklärt er die Theorie der „Black Box“: Diese besagt, dass manchmal eher die Umstände den Erfolg oder Misserfolg eines Projektes ausmachen und nicht das Konzept an sich.

Neben diesen Ergebnissen stellten die Autoren fest, dass die Sozialprojekte in der Landwirtschaft von LEADER oft keine Unterstützung finden. Aber über regionale Netzwerke, unter anderem „Green Care“, können Konzepte dieser Art gefördert werden.

Schlagworte

Landwirtschaft, Konzept, sozial, Bundesanstalt, erfolgreich, Studienpräsentation, Tamme, Wiesinger, Projekt, Therapie

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