Hofübergabe: Bloß nichts überstürzen Plus

(Bildquelle: topagrar.at)

Eine Hofübergabe darf nicht überstürzt erfolgen oder zu lange hinausgezögert werden. Das schürt Konflikte. Mediatorin Sandra Thaler erklärt, worauf es ankommt.

Die Übergabe-Verträge an unseren Sohn sind zwar unterschrieben, aber ansonsten läuft alles wie früher. Mein Ehemann gibt weiter den Ton an und der Sohn und ich arbeiten mit.“ Diese Aussage einer Hofübergeberin ist kein Einzelfall. Denn viele Landwirte können nach der Hofübergabe nicht richtig loslassen.

Häufig besteht die Angst vor Nutzlosigkeit, wenn man sich nicht mehr über den Betrieb definieren kann. Auch Veränderungen und neue Ideen der Hofübernehmer machen viele Altbauern unsicher. Die Macht abzugeben, fällt daher nicht leicht. Jeder Machtwechsel hat dabei immer eine Wechselwirkung: Der Nachfolger und der Übergeber beeinflussen sich gegenseitig. Der eine muss sich emanzipieren und der andere muss loslassen. Ansonsten wird die rechtliche Übergabe im Alltag gar nicht umgesetzt.

Übergabe nicht überstürzen:

Wird allerdings die Hofübergabe aufgrund von Einsparungen überstürzt, kann es schnell zu ungelösten Konflikten kommen. Das ist bei Familie Gruber passiert. Bei einer Steuerersparnis von mehr als 5 000 € war für Alfred Gruber und seiner Frau klar, dass sie den Betrieb noch im selben Jahr übergeben müssen. Als Hofnachfolger wählten sie den ältesten Sohn Mario aus.

Allerdings wurde über die Jahre nie über das Thema Hofnachfolge gesprochen. Jetzt ging es schnell. Gruber und Sohn Mario ließen den Übergabevertrag noch im selben Monat einrichten. Doch damit war die Hofübergabe noch lange nicht abgeschlossen.

Das Veräußerungs- und Belastungsverbot sowie das Wohnrecht stören Mario, der mit seiner Lebensgefährtin einen eigenen Wohnbereich schaffen will. Zwei Jahre später haben Marios Brüder die Erbverzichtserklärung immer noch nicht unterschrieben. So ist für alle ersichtlich: Es braucht doch gemeinsame Gespräche über gegenseitige...


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