Kuchen gerecht verteilt Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Gute Geschwisterbeziehungen sind ein weiterer Punkt für eine erfolgreiche Hofübergabe. Eifersucht unter den Geschwistern kann diese aber nachhaltig gefährden. Denn auch die weichenden Erben sollen den Anteil bekommen, den sie brauchen.

In der Familie von Maria und Alois Gruber war die Stimmung in letzter Zeit schlecht. Ihre drei Kinder Manfred, Thomas und Katharina haben sich immer gut verstanden und viel am Milchwirtschaftsbetrieb mitgeholfen. Doch jetzt kriselt es zwischen den Jungen. Das hängt mit der anstehenden Hofübergabe zusammen. Alle drei fühlen sich ungerecht behandelt. Sie wollen den Teil vom Kuchen, der ihnen zusteht.

Drei mögliche Erben:

Dabei haben alle andere Interessen: Manfred hat eine HTL-Ausbildung und arbeitet in der Bezirksstadt. Mit wesentlicher finanzieller Unterstützung der Eltern hat er vor drei Jahren in einem stadtnahen Dorf ein Einfamilienhaus gebaut.

Thomas war schon früh der logische Hofnachfolger. Er wollte zwar einmal Tischler werden, ist dann aber doch in die landwirtschaftliche Fachschule gegangen. Seit sieben Jahren arbeitet er hauptberuflich am Hof mit. Seinen monatlichen Lohn von 300 € hat er in letzter Zeit eher als Taschengeld gesehen. „Dafür wirst Du ja einmal alles bekommen!“, hieß die Antwort bei seinen „Lohnverhandlungen“ mit den Eltern.

Zur anfänglichen Freude der Eltern hat er die Bauerntochter Annemarie als Freundin gefunden. Seit einem Jahr wohnt sie am Hof. Sie hält mit ihrer Meinung zu manchen Gepflogenheiten am Hof allerdings nicht hinterm Berg. Sie findet z. B., dass Maria die Kathi ihr gegenüber bevorzugt. So haben sich mittlerweile zur Freude Spannungen am Hof gemischt.

Kathi, das Nesthäkchen, hat gerade maturiert, wohnt zu Hause und will ab Herbst Heilpädagogik studieren. Sie ist passionierte Reiterin und träumt vom eigenen Hof mit tiergestützter Therapie.

Überraschung bei Übergabe:

Da Alois fast gleichzeitig mit Maria in Pension gehen kann, steht die Hofübergabe an. Die schien leicht und klar. Bei den ersten Gesprächen zur Übergabe und zur notwendigen Erb-, bzw. Pflichtteilsverzichtserklärung tauchten aber einige Überraschungen auf:

Manfred hat sich schon noch einen weiteren Beitrag erwartet, um sein Haus zu finanzieren. Schließlich wird Thomas im Vergleich zu ihm ein kleines Vermögen übernehmen. Kathi braucht Geld zum Studieren und hätte gerne Grund für ihre Reittherapiepläne! Außerdem hat Manfred schon so viel bekommen. Und sie wurde ja nie gefragt, ob sie auch Interesse am Hof hätte.

Annemarie stellt sofort klar, dass sie jedenfalls ihren Wohnbereich umbauen müssen, weil sie sonst zu viel aneinander „picken“ und die Reibereien zunehmen werden. Sie macht auch Vorschläge, was Kathi noch bekommen könnte.

Auch Thomas ist enttäuscht. Es hat ja immer geheißen, dass er für sein Mitarbeiten einmal alles bekommen wird. Und die kleinen Konflikte am Hof belasten ihn. Was ist, wenn es schlimmer wird, und sie den Hof gar nicht weiterbewirtschaften können?

Die Frage: „Wie soll das alles funktionieren?“ drückt auch Vater Alois aufs Gemüt und raubt ihm oft den Schlaf. Maria belastet besonders das entstandene Knistern und die vielsagenden Blicke zwischen den Geschwistern. So hat sie ...

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