„300 € pro fm sollte der Baum bringen“ Premium

Auf den Anbau von Paulownia haben sich vier junge Steirer spezialisiert. Diese Baumart wächst rasant und bringt hohe Erlöse. Was dabei zu beachten ist, erklärt Roland Gutmann.

Paulownia? Hört sich irgendwie russisch an, denke ich im ersten Moment, als mir Roland Gutmann von dieser Baumart erzählt. Der Jungunternehmer klärt mich auf: „Tatsächlich wurde diese Baumart vor vielen Jahren von einem Naturforscher namens Philipp Franz von Siebold aus Asien nach Europa geholt. Und dieser hat den Baum nach der Zarentochter und späteren holländischen Königin Anna Pawlowna benannt.“ Na also, habe ich doch nicht so falsch gelegen mit meiner Annahme.

Schnell wachsend, sehr wertvoll:

Und warum verschreiben sich vier junge Leute diesem Baum? Roland und Bruder Matthias Gutmann, Cousin Lukas Kniely sowie als weiterer Gesellschafter Herfried Eisler haben nämlich extra dafür die Plantownia GesbR in Bairisch Kölldorf bei Bad Gleichenberg gegründet. „Wir suchten nach einer Möglichkeit, unser Erspartes sinnvoll anzulegen. So sind wir aufs Wertholz gekommen.“

Und als unternehmerisch denkende Menschen haben sie sich immer Gedanken darüber gemacht, wie man auf kleinen Flächen zu möglichst hohen Erträgen kommen kann. Alle gehen übrigens einem Hauptberuf außerhalb der Land- und Forstwirtschaft nach. Roland Gutmann beispielsweise ist Lehrer.

„Wir haben uns damals in Praxisbetrieben und übers Internet davon überzeugt, dass das Holz der Paulownia extrem schnell wächst und sehr wertvoll ist“, so Roland Gutmann. Der Baum wächst laut Fachleuten in 12 bis 15 Jahren in einer Plantage bis zu 18 m und erreicht dabei einen Dickenzuwachs von über 40 cm (BHD). Zum Vergleich: Eine Eiche benötigt dafür ca. 300 Jahre, eine schnellwachsende Fichte 70 Jahre.

Für Energieholz zu teuer:

Die Paulownia wird aufgrund ihres rasanten Wachstums teils auch für Kurzumtriebsplantagen genutzt. Doch für Gutmann & Co. kommt dies derzeit wegen der hohen Pflanzkosten nicht in Betracht. Anders sehe es laut Gumann aus, sollte der Preis für Wertholz deutlich fallen. Doch vorerst ist für sie das Wertholz der ausgewachsenen Bäume Antrieb ihres Handelns. Denn das Holz ist in den Bereichen Konstruktions- und Edelholz besonders gefragt. Vor allem in der Skiproduktion, im Möbel- sowie Instrumentenbau oder auch im Auto-, Boots- und Flugzeugbau ist es ein beliebtes Ausgangsmaterial. Als einen großen Vorteil nennt Gutmann: „Das elastische, reißfeste Holz verwindet sich nicht beim Trocknen.“

Aufgrund seines sehr hohen Flammpunktes (ca. 420° C) wird es auch in Bereichen mit hohen ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

Schreiben Sie Torsten Altmann eine Nachricht

Droht jetzt Verbot der Vollspaltenböden?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen