Almen sicherer machen Premium

Nach dem Aufsehen erregenden „Tiroler Kuh-Urteil“ sind neue Haftpflichtpolizzen für die Almbauern und Gesetzesänderungen auf dem Weg. Doch was sollen und können die Tierhalter selber tun? Diesen und weiteren Fragen ist Hans Gföller nachgegangen.

Das nicht rechtskräftige Urteil gegen einen Tiroler Landwirt hat für viel Aufsehen und erste Reaktionen der Politik gesorgt (siehe top agrar 3/2019, S. 6-7). Trotzdem herrscht vor der heurigen Almsaison große Unsicherheit, welche Vorkehrungen die Almbauern als Tierhalter treffen müssen. Der Chefjurist der LK Tirol fasst die wichtigsten Fragen rund um die Thematik kurz und bündig für Sie zusammen.

Tierhalter und Haftung:

Tierhalter ist derjenige, der die tatsächliche Verfügungsmacht über ein Tier hat und das wirtschaftliche Risiko trägt. Auf das Eigentum kommt es nicht an. Tierhalter ist auch jede Person, der das Tier übertragen wird, ohne an Weisungen gebunden zu sein. Halter kann auch ein Pächter - etwa im Almsommer sein. Somit kann auch den Obmann einer Gemeinschaftsalm die Haftung über aufgetriebene (Pensions-) Tiere treffen. Ein weisungsgebundener Gehilfe (Almhirte) ist kein Halter.

Ein Tierhalter hat für den von seinem Vieh verursachten Schaden einzustehen, wenn er nicht nachweisen kann, dass er für die erforderliche Verwahrung und Beaufsichtigung gesorgt hat. Die Rechtsgrundlage dafür bildet die Tierhalterhaftung nach § 1320 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Demnach ist bei der Verwahrung und Beaufsichtigung eines Tieres die objektiv erforderliche Sorgfalt einzuhalten. Dabei sind folgende Kriterien entscheidend:

  • Gefährlichkeit des Tieres nach Art und Individualität: Je größer die Gefährlichkeit desto größere Sorgfalt ist nötig.
  • Möglichkeit der Schädigung durch das Tierverhalten: Je größer...

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    Artikel geschrieben von

    Leopold Th. Spanring

    Redakteur

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