„Die hohen Lasten können wir nicht mehr schultern!“ Plus

Die neuen Einheitswerte verlangen höhere Gebühren. Vor allem kleinere Betriebe müssen mehr zahlen, bei manchen verdoppelt sich der SVB-Beitrag. Viele Bauern stehen so wirtschaftlich an der Wand.

Mit Schildern, Traktoren und einem Pfeifkonzert protestierten erboste Landwirte bei der letzten Vollversammlung der Kärntner Landwirtschaftskammer (LK). Stein des Anstoßes: Die mehr und mehr sichtbaren Auswirkungen der neuen Einheitswerte. Diese sind aus Sicht der Betroffenen fatal. Besonders kleine und mittlere Betriebe können die davon abgeleiteten Abgaben nicht mehr stemmen.

Angeführt wird die Kärntner Bauernrevolte vom in Züchterkreisen bekannten Jersey-Milchbauer Erwin Possegger aus Fresach und Bergbauer Heimo Urbas aus Eisentratten. Beide schilderten der Lokalpresse die prekäre finanzielle Lage.

Fiktion statt Realität:

So wie die beiden pflegen auch viele Berufkollegen die teils entlegenen und steilen landwirtschaftlichen Flächen. Meist halten sie auch Milchkühe. Doch die Einkünfte sind heute wie vor 30 Jahren – allerdings bei gestiegenen Produktionskosten und Abgaben. Die neu festgesetzten Einheitswerte spiegeln die tatsächliche Ertragslage daher nicht wider und wären viel zu hoch, zeigen sich die beiden überzeugt. „Der Erzeugermilchpreis lag 1988 bei umgerechntet 40 Cent, 30 Jahre später lag er bei nur 37 Cent“, so Possegger.

Die Einheitswerte wurden nach dem „Verschlechterungspapier aller LK-Präsidenten aus dem Jahr 2012“ angehoben, berichten die beiden. Die Folge davon sei die Vervielfachung der Abgabenpflicht ans Finanzamt und der Sozialversicherung (SVB). Urbas bekam mit der zweiten Mahnung betreffend der Beitragsnachzahlung für das zweite Quartal 2018...

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