„Mehr Ernährung auf den Stundenplan!“ Premium

Jedes Kind sollte wissen, wie Landwirte produzieren. Daher fordert Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann in allen Schulen ein eigenes Unterrichtsfach. Im top agrar-Interview beantwortet sie zudem die Frage, warum Frauen seltener in die Politik gehen.

Das Kuh-Urteil hat in den vergangenen Wochen hohe Wellen geschlagen. Wie sehen Sie als Almbäuerin dieses Urteil?

Schwarzmann: Das Kuh-Urteil war im ersten Moment erschreckend. Es hat bewusst gemacht, wo wir als Almbauern überall in der Verantwortung und der Haftung stehen. Ich denke, dass wir das im Gesetz näher betrachten müssen. Denn wir können nicht ständig neue Versicherungen abschließen. Da kommen wir schnell an unsere finanziellen Grenzen. Für mich stehen ganz klar die Eigenverantwortung und der Hausverstand im Vordergrund. Daher finde ich es gut, dass die Regierung in diese Richtung etwas machen will.

Das Beispiel zeigt wieder, dass eine Kluft zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft besteht. Welche Initiativen gibt es, das Image der Bauern zu verbessern?

Schwarzmann: Uns Bäuerinnen ist es besonders wichtig, der Gesellschaft zu erklären, was es heißt, ein wertvolles Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. Daher haben wir auch die Aktionstage in den Schulen geschaffen. Innerhalb von vier Jahren haben wir so bereits rund 150 000 Kinder erreicht. Gleichzeitig können wir auch den Lehrern und den Eltern die Hände reichen. Die Seminarbäuerinnen leisten mit Kochkursen ebenfalls einen wertvollen Beitrag, das Image der Landwirtschaft zu verbessern. Ein weiterer Bereich ist Schule am Bauernhof. Dort können Schüler direkt am Hof erleben, wie unsere Lebensmittel produziert werden.

Doch es kann auch jede einzelne Bäuerin und jeder Bauer seinen Beitrag leisten.

Schwarzmann: Ja genau. Wir können die tollsten Kampagnen fahren, aber ganz wichtig ist jedes einzelne Gespräch jeder Bäuerin und jedes Bauern. Damit schaffen wir Vertrauen, Bewusstsein und Wertschätzung.

Ein eigenes Unterrichtsfach „Ernährung und Konsumbildung“ wäre wünschenswert. Wie ist da der Stand der Dinge?

Schwarzmann: Wir waren mit unseren Forderungen bereits im Bildungsministerium. Dort ist zurzeit Digitalisierung das Thema Nummer 1. Ein Schulfach...

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Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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