Milchreduktion: Wer wagt, kann auch gewinnen Plus

Die Coronakrise hat den Absatz der Milchprodukte belastet. Einige Verarbeiter reagierten mit Lieferbeschränkungen für ihre Lieferanten. Wir sprachen mit einem Milchbauern, der sich zur Wehr setzte, und mit seiner Molkerei. Sie feiert ihre Notmaßnahme.

Eigentlich beginnt die Gailtaler Almkäse-Saison, ein in der EU geschütztes Ursprungsprodukt, ja erst später. Doch in Corona-Zeiten ist vieles anders. „Heute habe ich die Rohmilch der letzten vier Tage verkäst“, berichtet uns Josef Warmuth Mitte Mai. Der Betriebsführer und seine Familie sind bekannt für ihren Biohof in Würmlach bei Kötschach-Mauthen. Diesen betreiben sie mit viel Liebe, Milchwirtschaft samt Direktvermarktung sowie einen kleinen Almbetrieb.

Die Ankündigung der Kärntnermilch, ihren Lieferanten ab April nur mehr 90% zum normalen Erzeugerpreis abzunehmen, hat Warmuth‘s übliches Wirtschaften schwer in Bedrängnis gebracht. Dass die Bitten der Molkerei an die Bauern wegen des Shutdowns weniger Milch abzuliefern nicht durchgehend fruchten und eine diesbezügliche fixe Molkereivorgabe unumgänglich war, überraschte den Milchbauer „nicht wirklich“. Auch trage er diese Maßnahme mit. Aber dass als Berechnungsbasis die ohnedies schwachen Anlieferungsmonate Jänner bis März hergenommen wurden, erboste ihn sehr. Immerhin geht es in seinem Fall um gut 2000 kg/Monat.

Berechnungsbasis in Kritik

Reagiert hatten die Warmuths umgehend mit einem Mailschreiben an den Vorstand und die Gremien seiner Genossenschaftsmolkerei Kärntnermilch.

Wegen der kurzen Vorlaufzeit habe er vom Mengenschnitt aus der Tageszeitung erfahren. Zudem mache die Berechnungsbasis die Bemühungen der Bauern in den letzten Jahren, die Milch verstärkt im Frühjahr und Sommer anzuliefern, zunichte, schrieb Warmuth. So hätten gerade die Bioweidebetriebe wie in seinem Fall Kühe im unteren Leistungsspektrum und setzen auf Frühjahreskalbungen. Dies ist – egal ob bei Bio oder konventionell – von der Molkerei seit langem gewünscht, um das...

Jetzt anmelden und sofort weiterlesen. Plus

Melden Sie sich an oder erstellen Sie ein kostenloses Konto und erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt, ganz unverbindlich.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen