Steuergeld für Billigstfleisch Plus

Der ukrainische Großkonzern MHP umgeht die EU-Importbestimmungen, schadet der Geflügelwirtschaft und täuscht die Konsumenten. Mit der Übernahme der slowenischen Firmengruppe Perutnina sitzt MHP künftig auch in Österreich.

Einen „Betrug erster Güte“ nannte Ministerin Elisabeth Köstinger die trickreiche Umgehung des Handelsabkommen der EU mit der Ukraine. Der Konzern Mironnivsky Hiboproduct SE (=MHP) des Oligarchen Yury Kosyiuk produziert mehr als viermal so viel Hühnerfleisch wie ganz Österreich.

Der Agrokonzern ist das größte agrarische Unternehmen des Beitrittskandidaten Ukraine und bereits sechsgrößter Geflügelproduzent Europas. Die steuerschonend in Zypern geparkte und an der Londoner Börse notierende Unternehmensgruppe exportiert massenhaft in die EU. Trotz Umgehung der Quoten im EU-Assoziierungsabkommen bekam und bekommt der Konzern weiter billige Kredite von EU-Staaten und globalen Finanzinstitutionen.

Trickreiches Entbeinen:

2017 schlachtete der MHP-Konzern rund 312 Mio. Masthühner – mehr als 850 000 an jedem Tag des Jahres. Exportiert wird in die ganze Welt an über 60 Staaten. Hauptdestinationen sind der Mittlere Osten, Afrika und die EU, wo MHP in 17 Mitgliedsländer exportiert. Im heurigen ersten Quartal nahm die Produktion an Geflügelfleisch in den riesigen ukrainischen Geflügelfarmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 % zu, der Export gar um stolze 47 %.

Doch der Expansionshunger ist noch lange nicht gestillt. Vor allem im EU-Gebiet will man weiter wachsen. Der Export in die EU begann 2016 mit 3 700 t, 2017 gab es einen Anstieg auf 27 000 t, berichtete das kritische EU-Politik- und Wirtschaftsmagazin Politico und warnt vor den Folgen für die europäische Geflügelproduktion.

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