top agrar-SerieVollkosten - Milch: So hoch sind die Kosten wirklich Plus

(Bildquelle: topagrar.at)

Seit Monaten schwächeln die Milchpreise. Für Milchviehhalter ist es jetzt besonders wichtig, die eigenen Kosten zu kennen. Nur dann können sie gezielt gegenlenken.

Derzeit pendeln die Milchpreise auf einem niedrigen Niveau von etwa 30 Ct/kg netto. Eine echte Trendumkehr auf dem Weltmarkt zeichnet sich derzeit noch nicht ab. Unter diesen Rahmenbedingungen sollten Milchbauern dringend nachrechnen, welche Potenziale zur Kostensenkung kurz-, mittel- oder langfristig bestehen.

Vier repräsentative Betriebe:

Dafür haben wir uns vier Milchviehbetriebe näher angesehen. Sie stellen gut organisierte Milchviehbetriebe dar, Luft nach oben ist aber noch vorhanden. Diese Beispiels-Betriebe stellen für ihre Produktionsweise typische Betriebe dar. Die Daten zu diesen Betrieben (siehe Kasten auf Seite 15) stammen aus Erhebungen von ähnlichen Betrieben in OÖ und Salzburg sowie aus den Berechnungsgrundlagen für den Internet-Deckungsbeitrag der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft (www.awi.bmlfuw.gv.at/idb).

Die variablen Kosten unterscheiden sich nicht allzu stark zwischen den vier Betrieben. Einzig der Bio-Vollweidebetrieb Hirtenbacher (alle Betriebsnamem erfunden)schafft deutlich unter 30 Ct je kg Milch, während die anderen drei Betriebe nur geringfügig zwischen 29 und 31 Ct je kg schwanken.

Ein näherer Blick auf die Übersicht 1 zeigt die Ursachen für die niedrigeren variablen Kosten beim Bio-Vollweidebetrieb: Deutlich niedrigere variable Grundfutterkosten durch den hohen Weideanteil (Kurzrasenweide) und geringere Kraftfutterkosten durch die höhere Kraft-futtereffizienz (600 kg Kraftfutter je Kuh und Jahr). Andererseits liegen die Kosten für die Bestandsergänzung in diesem Betrieb vergleichsweise hoch. Dies liegt an der niedrigeren Milchleistung und daran, dass alle weiblichen Kälber aufgezogen werden.

Auch die Tiergesundheitskosten und die sonstigen variablen Kosten (Besamung, Einstreu, Gebühren, Energie und Wasser) liegen im Bio-Vollweidebetrieb tendenziell (gegenüber dem Bergbauernbetrieb Haselbauer) bzw. deutlich (gegenüber Köstenhofer und Anreiter) höher. Ebenso eine Folge der niedrigeren Milchleistung, weil sich ähnlich hohe Kosten je Kuh auf weniger Milchmenge verteilen.

Die Bestandsergänzungskosten liegen in den beiden AMS Betrieben Köstenhofer und Anreiter markant niedriger als in den beiden anderen Betrieben. Dies kann mit der geringeren Aufzuchtrate erklärt werden. Die augenscheinlich höheren Kraftfutterkosten von Köstenhofer und Anreiter sind Resultat des höheren Kraftfuttereinsatzes bzw. der etwas höheren Kraftfutterpreise. Ein Vergleich zur bundesweiten Betriebszweigabrechnung: Die besten Betriebe mit knapp 9 000 kg Milch setzen hier rund 2 100 kg Kraftfutter je Kuh und Jahr ein. Diese hohe Kraftfuttereffizienz ist nur mit dem Einsatz von bestem Grundfutter erreichbar.

Geringe Streuung bei Fixkosten:

Ein Teil der Fixkosten verursacht unmittelbar Ausgaben, also einen Geldfluss; wir nennen sie deshalb auch ausgabenwirksame Fixkosten. Dazu...


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