1,3 Mio. € für Digitalisierung in land- und forstwirtschaftlichen Schulen

Vom digitalen Klassenzimmer zum digitalen Bauernhof: Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger sprach mit Schülerinnen und Schülern der Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen des BMNT über die Chancen der Digitalisierung und stellte ein Investitionspaket in der Höhe von 1,3 Mio. € vor.

Digitalisierung

Ministerin Elisabeth Köstinger sieht sich die moderneTechnik an den Schulen genau an. (Bildquelle: BMNT/Gruber )

"Absolventinnen und Absolventen unserer Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen sollen auf die Digitalisierung optimal vorbereitet sein. In diesem Bereich gibt es sensationelle Anwendungen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe, die die Arbeit auch effizienter machen und die Qualität erhöhen, freut sich Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, über die Investitionen in die Zukunft.

Digitalisierung muss das Leben der Bäuerinnen und Bauern erleichtern

Das BMNT ist für elf höhere Schulen, die Forstfachschule und die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik verantwortlich. Beim Strategietag Digitalisierung am 18. Februar 2019 präsentierte Köstinger die Investitionsschwerpunkte. Neben Tischkameras, Smartboards und e-Books wird auch ein digitaler Musterbauernhof am Francisco Josephinum in Wieselburg entstehen. Die Digitalisierung ist eines der wichtigsten Instrumente zur Bewältigung der Zukunft. Das gilt für alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche, besonders auch für die Landwirtschaft. Darum investieren wir ganz gezielt in diesen Bereich, betonte Köstinger und erklärte weiter: Die Digitalisierung kann nicht nur im Unterricht, sondern auch im Betrieb vieles erleichtern. Aus meiner Sicht soll dieser Zukunftsbereich in der Land- und Forstwirtschaft aber vor allem ein Ziel haben: den Bäuerinnen und Bauern das Leben zu erleichtern."

Digitalisierung ein Erfolgsfaktor der land- und forstwirtschaftlichen Schulen

Neue Technologien und Medien werden schon jetzt in den Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Schüler von vier Schulen präsentierten bei dem Strategietag, wie die Digitalisierung im Unterricht konkret Eingang findet. Ein Schwerpunkt ist etwa die Erfassung, Verarbeitung und Aufbereitung digitaler Daten - mithilfe von Drohnen und Satellitenbildern - und deren Nutzbarmachung für die Landwirtschaft. Auch im Bereich der Landtechnik werden vielfältige Einsatzmöglichkeiten getestet. In Wieselburg wird seit Kurzem eine Virtual-Reality-Brille eingesetzt, mit der etwa Maschinenkonstruktionen im realen Raum dargestellt und Bewegungsabläufe erprobt werden können. Die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein beschäftigt sich unter anderem mit dem praktischen Einsatz der Digitalisierung im Pflanzenbau. Die Forstschule in Bruck/Mur setzt Drohnen zur Erhebung von Waldflächen ein und die Gartenbauschule Schönbrunn arbeitet mit digitaler Vermessung sowie digitalen Plänen.

Digitale Kompetenz wichtiger denn je für die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte

Eine große Herausforderung stellt die Digitalisierung vor allem auch für die Lehrkräfte im agrarischen Schulbereich dar. Die Pädagoginnen und Pädagogen sind gefordert, ihre Schüler bei der Entwicklung der digitalen Kompetenzen zu begleiten. Die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik setzt hier wichtige Impulse, einerseits in der Ausbildung der Studierenden an der Hochschule zu Lehrern und Beratern sowie andererseits in der Fort- und Weiterbildung, betonte Thomas Haase, Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. Über unterschiedliche Angebote leistet die Hochschule auch einen Beitrag zur Digitalisierung in der Landwirtschaft. Der Hochschullehrgang Neue Medien in Schule und Beratung" spannt einen thematischen Bogen von angewandten Apps und Webinaren bis hin zur Schule 4.0.

Die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Unterricht unterstreicht auch eine Studie der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB), für die im Vorjahr rund 2.000 Schüler der Schulen des BMNT online befragt wurden. Demnach sind fast 80% der Befragten der Meinung, dass digitale Medien zum besseren Verständnis der Lerninhalte beitragen, und knapp 90% meinen, dass der Unterricht dadurch interessanter wird. 70% sehen eine Vorbereitung für den weiteren Bildungs- und Berufsweg.


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