Billa

100 % Frischfleisch aus Österreich: Jetzt auch bei Pute

Bereits vor einem halben Jahr angekündigt – jetzt wird es umgesetzt: Billa verkauft ab sofort nur mehr 100 % österreichisches Frischfleisch. Für Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch gilt dies schon länger, seit 14. Mai liegt nunmehr auch bei Pute nur mehr Fleisch aus Österreich in der Kühltheke. Die Fa. Wech sucht weitere Erzeuger.

Pute

Rund 330.000 Puten aus Österreich zusätzlich benötigt Billa jetzt, um die Nachfrage des Projektes "100 % Frischfleisch" künftig zu decken. (Bildquelle: pixabay.com/Capri23auto)

„In der Coronakrise hat sich der Wunsch nach Regionalität bei den Konsumenten noch weiter verstärkt“, erklärte Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG bei einer Pressekonferenz. „Auch die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln hat viele beschäftigt. Wir haben schon heute viel mehr Regionalität und Österreich im Sortiment als vielen bewusst ist.“ Das werde jetzt noch verstärkt, mit 100 % österreichischem Frischfleisch – inklusive Pute“, sagte Nagele. Im Gegensatz zum Rindfleisch sei es bei der Pute schwerer gewesen, die 100 % Garantie sicherzustellen. Grund sei der niedrige Selbstversorgungsgrad bei Puten. Dieser sei aufgrund der höheren Tierschutzstandards in Österreich auf 35 % zurückgegangen. Durch die sechsmonatige Vorlaufzeit sei es laut Nagele aber möglich gewesen, den Bedarf an Putenfleisch nur aus Österreich zu gewährleisten. Einziger Lieferant der zusätzlich benötigten Puten ist die Fa. Wech aus Kärnten.

330.000 Puten mehr pro Jahr

Laut Nagele steigt die Zahl der gemästeten Puten durch die neue Initiative um 33 % oder 330.000 Tiere pro Jahr. Zum Vergleich: Bisher kamen 37 Prozent des verkauften Putenfleisches aus Österreich, jetzt 100 Prozent. „Unterm Strich wird der Verkauf von österreichischer Pute von 175.000 auf 500.000 Tiere erhöht“, meinte Andreas Steidl, Geschäftsführer Eigenmarken und Koordinator Landwirtschaftsfragen bei der Rewe AG.

Die Preise für Putenfleisch im Regal haben sich durch die Umstellung geändert. Dazu Nagele: „Ausländisches Putenfleisch haben wir bisher mit 7,99 € vermarktet, jenes aus Österreich um 13,99 €.“ Die höheren Preise „Made in Austria“ sollen nur zum Teil an Kunden weitergegeben werden. Der Eckpreis für Putenbrust werde bei Billa künftig bei 9,99 € liegen. Die Konsumenten werden laut Steidl somit auch gebeten, ihren Anteil an dem Projekt beizusteuern. Und Nagele ergänzte: „Die Konsumenten und die Landwirtschaft haben es gemeinsam in der Hand, Regionalität zu leben.“

Nagele

"Österreich zuerst", heißt die Devise von Billa Vorstandssprecher Robert Nagele. (Bildquelle: Altmann)

„Für die Puten Produzenten bleibt der Erzeugerpreis gleich“, erklärt Dr. Karl Feichtinger, Geschäftsführer der WECH Geflügel GmbH, auf Anfrage von top agrar. Die zusätzlich benötigten Mengen könnten aus der bestehenden Produktion geliefert werden, bestätigt Feichtinger. Vorher habe es einen gewissen Überhang bei der Produktion von AMA Gütesiegelfleisch gegeben. Der Wech-Geschäftsführer sieht sehr wohl noch Platz für Neueinsteiger in die Putenproduktion. „Wir suchen aktuell weitere Betriebe“, erklärt Feichtinger. Für Investitionen stelle die Fa. Wech zusätzlich zu öffentlichen Geldern selbst weitere 10 % Fördermittel bereit.

Österreich zuerst

Über Frischfleisch hinaus bietet Billa auch bei Frischmilch, frischen Eiern, Brot & Gebäck 100 % Österreich. Bei heimischem Obst & Gemüse kommen etwa 55 % garantiert aus Österreich, wie Nagele versicherte (saisonal unterschiedlich). Der Vorstandssprecher: „In normalen Erntejahren landen z.B. 90 % österreichische Äpfel in den Regalen. Jedes Jahr bezieht Billa mehr als 62.000 t Obst & Gemüse, rund 46 Mio. Liter Frischmilch, Brot & Gebäck von 138 Lieferanten.

Eine weitere Verstärkung der Regionalität im Sinne von mehr heimischer Wertschöpfung ist bei Produkten geplant, die auf den ersten Blick nicht in Österreich wachsen: „Wir fördern seit Jahren eine „neue“ Regionalität mit österreichischen Exoten wie z.B. Ingwer, Wassermelone, Reis, Süßkartoffeln oder Gojibeeren. Das bauen wir jetzt weiter aus, unterstützen damit Österreichs innovative Landwirte und erweitern für unsere Kunden das regionale Angebot“, kündigt der Vorstandssprecher an. Auch zunehmend kleine und kleinste Lieferanten und Manufakturen beliefern Billa regional – zum Teil nur eine oder zwei Filialen. Mittlerweile finden 550 Betriebe für insgesamt 1.700 regionale und lokale Spezialitäten bei Billa eine Vertriebsbühne.


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