Ukrainisches Billiggeflügel

Millionen-Kreditvergabe für MHP-Konzern vorerst vertagt Premium

Die heutige Kurier-Meldung, dass der umstrittene 100 Mio. €-Kreditantrag des MHP-Geflügelfleischkonzerns bei der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) gestern abgelehnt wurde, ist falsch. Die Entscheidung wurde "aus technischen Gründen" zurückgestellt. Mit dem Geld wollte MHP die Übernahme des slowenischen Unternehmens Perutnina Ptuj nachträglich finanzieren.

Teil einer ukrainischen MHP-Mastanlage, die im Endausbau 220 Mio. Hühner/Jahr produzieren wird. (Bildquelle: Screenshot)

Projektziel bei der geplanten Kreditvergabe war seitens EBRD "die Strategie der MHP-Gruppe zu unterstützen, ihre Geschäftstätigkeit in die EU und andere Staaten auszudehnen, um ein multinationaler Produzent zu werden."

Mit dem angestrebten Kredit wollte die MHP insbesonders ihren bereits getätigten Ankauf des größten Geflügelproduzenten am Balkan, der Perutnina Ptuj-Gruppe, abdecken. Perutnina ist in Österreich mit einer eigenen Niederlassung vertreten und beliefert Großabnehmer. Ukrainisches MHP-Geflügelfleisch kommt aber ohnedies auch "als anonyme Ware" auf den heimischen Markt, vor allem in die Großgastronomie, heißt es aus Kreisen der Geflügelwirtschaft.

Exporttrick mit viel Steuergeld belohnt

Gegen die Expansionsgelüste und den beantragten 100 Mio. €-Kredit hat sich in den letzten Wochen eine starke Gegenwehr europäischer Geflügelproduzenten formiert.

Insbesondere der Exporttrick des größten ukrainischen Geflügelproduzenten, am Geflügelfleisch einen kleinen Knochen zu belassen und so die an die Ukraine vergebenen EU-Importkontingente zu unterlaufen. Denn die Hühnerbrüste gelten mit dem Knochenanteil als minderwertig und fallen von der im Assoziierungsabkommen ...

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Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

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Strasser: „50 Mio. € Entlastung für die Bauernfamilien!"

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