Agrargelder: 600 Mio. Euro aus 2015 nachgezahlt

Am Donnerstag haben die heimischen Bauern die heuer verspätete Endauszahlung ihrer Agrargelder aus 2015 erhalten. Ausgenommen davon sind Betriebe, die noch eine offene Vorort-Kontrolle haben. Knapp 600 Mio. Euro aus ÖPUL-Maßnahmen, der Ausgleichszulage oder Direktzahlungen wechselten das Konto.

Agrargelder

(Bildquelle: )

Nach den Teilzahlungen im November beziehungsweise Dezember des Vorjahres von rund 717 Mio. € erfolgt heute Donnerstag, 28. April 2016, die Nachzahlung für das Österreichische Umweltprogramm 2015, die Direktzahlungen 2015 und die Ausgleichszulage 2015. „Die Bäuerinnen und Bauern erhalten heute die Restzahlung in der Höhe von rund 590 Mio. €, informiert Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria. Damit gehen insgesamt mehr als 1,3 Mrd. € an die bäuerlichen Betriebe. Als Begründung für den Auszahlungstermin im April, statt wie bisher üblich bereits im Jänner, wurden weitreichende Systemumstellungen nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) angeführt.

Wie die AMA weiter mitteilt, kommt es bei den Auszahlungen mit Fälligkeit 28. April 2016 automatisch zu einer Gegenverrechnung mit den Teilzahlungen vom November bzw. Dezember 2015. Hier die weiteren Details:

Österreichisches Umweltprogramm (ÖPUL) 2015

Der österreichweite Auszahlungsbetrag beträgt rund 383 Mio. €, davon wurden rund 192 Mio. € im Jahr 2015 ausbezahlt. Das ÖPUL 2015 basiert auf dem Programm zur „Entwicklung des ländlichen Raums 2014-2020“. Dabei kam es gegenüber der Vorperiode zu Umstellungen in der Maßnahmengestaltung. Beispielsweise werden die Maßnahmen der Integrierten Produktion, im Grünland die Steilstufen <50 % Hangneigung oder die Maßnahme Tierschutz-Auslauf nicht mehr angeboten. Bei den weiter angebotenen Maßnahmen kam es zur Änderung der Prämiensätze. Abhängig von der Maßnahmenbeantragung werden daher ÖPUL 2015-Teilnehmer in der Regel weniger Prämie erhalten als bisher. 670 Betriebe erhalten nur 75 % des errechneten Auszahlungsbetrages, da die Ergebnisse von Vor-Ort-Kontrollen zu Berechnungsbeginn noch nicht berücksichtigt werden konnten. Der endgültige ÖPUL-Auszahlungsbetrag für das Antragsjahr 2015 unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Vor-Ort-Kontrolle wird den betroffenen Betrieben voraussichtlich im Dezember 2016 mitgeteilt.

Ausgleichszulage in Benachteiligten Gebieten (AZ) 2015

Das Gesamtvolumen der Endberechnung für die AZ beträgt österreichweit rund 253 Mio. €, davon wurden ca. 175 Mio. € im Jahr 2015 ausbezahlt. Auf Grund der Änderungen zur Vorperiode kommt es bei den meisten Betrieben zu Änderungen bei der Höhe der Ausgleichszulage. Je nach betrieblicher Situation werden diese Änderungen gering oder auch deutlicher ausfallen. Besonders bemerkbar sind folgende Punkte:

  • Heimbetriebe ohne Erschwernispunkte (unter 5 Punkte oder BKZ über 45) erhalten einen Sockelbetrag von 25 €/ha – betroffen davon sind rund 9.500 bis 10.000 Betriebe,
  • geänderte Grenzen für die Prämienabstufung,
  • Änderung der Berechnungsmethode für Almflächen,
  • Einbeziehung der Hutweiden in die Berechnung der Erschwernispunkte,
  • Wegfall der sogenannten „äußeren Verkehrslage“ (z.B. Entfernung Bus, Bahn),
  • Aufwertung der Kriterien „Trennstücke“ und „Hangneigung“.
Bei 64 Betrieben wird der Heimbetrag bzw. bei 877 Betrieben der Almbetrag nur zu 75 % errechnet und ausbezahlt. Hier konnten die Ergebnisse von Vor-Ort-Kontrollen zu Berechnungsbeginn noch nicht berücksichtigt werden. Der endgültige AZ-Auszahlungsbetrag für das Antragsjahr 2015 unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Vor-Ort-Kontrolle wird den betroffenen Betrieben voraussichtlich Ende August 2016 mitgeteilt.

Direktzahlungen

Der österreichweite Auszahlungsbetrag liegt bei rund 671 Mio. €, davon wurden rund 350 Mio. € im Dezember 2015 überwiesen. Durch die Reform der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ kommt es bei den Direktzahlungen ab 2015 zu wesentlichen Änderungen. Das in Österreich angewandte Historische Modell" wird auf ein sogenanntes Regionalmodell" umgestellt. Die Direktzahlungen sind nun mehr in einzelne Maßnahmen unterteilt. Die Zahlungsansprüche wurden auf Grundlage der beihilfefähigen Fläche 2015 neu zugewiesen und werden künftig in Form der Basisprämie ausbezahlt. Die Erbringung von besonderen Umweltleistungen bei Einhaltung der „Greeningauflagen“ wird mit einer Ökologisierungsprämie, der sogenannten Greening-Zahlung" abgegolten. Weitere Ziele der Direktzahlungen ab 2015 sind die verstärkte Förderung von Junglandwirten sowie eine sogenannte Kleinerzeugerregelung für Betriebe mit einem Direktzahlungsbetrag von bis zu 1.250 €. Für auf Almen aufgetriebene Rinder, Schafe und Ziegen wird eine gekoppelte Stützung gewährt.

Eine Zahlungsanweisung für Direktzahlungen darf gemäß geltenden EU-Vorgaben erst nach Abschluss sämtlicher Kontrollen zur Beihilfefähigkeit eines Antrages erfolgen. Daher ist es nicht möglich, alle Betriebe, die einen Antrag im Rahmen des Mehrfachantrages Flächen 2015 gestellt haben, bei der Auszahlung im April 2016 zu berücksichtigen. Die betroffenen Betriebe (rund 900) werden von der AMA darüber schriftlich informiert. Die Auszahlung der Direktzahlungen 2015 für die jetzt nicht berücksichtigten Betriebe erfolgt voraussichtlich beim nächsten Berechnungstermin Ende August 2016.

Bescheid- & Mitteilungsversand

Die Versendung der Bescheide und Mitteilungen erfolgt ab 17. Mai 2016. Darin wird einzelbetrieblich genau erläutert, wie sich die jeweiligen Auszahlungsbeträge konkret zusammensetzen und errechnen. Wesentlich ist, dass für allfällige Beschwerden gegen Bescheide oder Einsprüche gegen Mitteilungen die Frist mit der Zustellung zu laufen beginnt.

Nähere Informationen zu den Auszahlungsbeträgen können aus den einzelnen Merkblättern der AMA (insbesondere Prämienhöhen oder -auflagen im Detail) entnommen werden.

Informationen telefonisch und im Internet

Die Auszahlungsmitteilung ist ab Mitte Mai 2016 betriebsbezogen auf der Internetseite www.eama.at im Bereich „ePostkasten“ einsehbar. Bereits ab 28. April 2016 kann im Bereich „Konto“ der aktuelle Stand des AMA-Förderkontos eingesehen werden.

Zur heutigen Auszahlung stehen unter www.ama.at wichtige Informationen, zusammengefasst als „Fragen und Antworten“, zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Agrarmarkt Austria eine Telefonhotline an. Zudem stehen die Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer, der Außenstelle bzw. des Bezirksreferates gerne zur Verfügung.

Die Rufnummern der AMA-Telefonhotline:

  • Direktzahlungen: 01/333 71 16
  • ÖPUL: 01/331 29
  • AZ: 01/337 59

Rupprechter: Auszahlungen sorgen für Stabilität bei bäuerlichen Betrieben"

„Das Umwelt- und Bergbauernprogramm sowie die Direktzahlungen sind zentrale Säulen für die Stabilität unserer bäuerlichen Betriebe. Insbesondere in Krisenzeiten bringen die Leistungsentgelte wichtige Impulse für die heimische Landwirtschaft und den gesamten ländlichen Raum“, betont Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.

Die Auszahlungstermine 2016:

  • 28. April: 1. Nachzahlung für Direktzahlungen, Ausgleichszulage und ÖPUL 2015

  • 17. Mai: Versand der Bescheide für Endauszahlung 2015
  • August: 2. Nachzahlung 2015 für Direktzahlungen und Ausgleichszulage (inkl. Betriebe mit offener Vorort-Kontrolle)
  • 20. Dezember: 2. Nachzahlung 2015 für ÖPUL (inkl. Betriebe mit offener Vorort-Kontrolle)
  • 20. Dezember: Auszahlung (100 %) für Direktzahlungen 2016 (ohne Betriebe mit offener Vorort-Kontrolle)
  • 20. Dezember: Anzahlung (75 %) für ÖPUL und Ausgleichszulage 2016
    (Quelle: LK NÖ )


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