AMA Marketing will mehr Geld, die Mühlen aber nicht zahlen

Die staatliche Agrarmarketingagentur vermisst die Inflationsabgeltung der Beiträge und will mehr Geld. Die Getreidebranche leistet seit 25 Jahren keine Beiträge und will weiter nichts zahlen.

Rund 18 Mio. € erhält die AMA Marketing GmbH an Beiträgen aus dem Milch-, Fleisch, Obst- und Gemüsebereich. Nur der Getreidebereich war bisher faktisch ausgenommen. (Bildquelle: Archiv )

"Entweder wir stehen zum Agrarmarketing, dann müssen wir es professionell machen. Oder wir lassen es besser heute als morgen, läßt Dr. Michael Blass, Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria Marketinggesellschaf in den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) aufhorchen.

Effiziente Absatzwerbung ohne Mehrgeld nicht mehr machbar

Eine effiziente Werbung und Marktbearbeitung sei ihm nicht mehr möglich, die AMA Marketing müsse die Entwertungsverluste von 25 Jahren schlucken. Blaas: Unser Anteil an der gesamten Lebensmittelwerbung liegt bei nur noch drei Prozent." Der Handel und auch Umweltorganisationen bestimmten die Werbeaussagen, und das sei nicht immer im Interesse der Erzeuger.

Wirkungsvoll sei die AMA-Werbung daher nur noch im Milchbereich. Dort seien die Beiträge mit der Milchmenge konstant gestiegen. Für Fleisch müsste viel mehr geworben werden. Derzeit würde versucht, die Finanzlücken mit Dachkampagnen halbwegs auszugleichen. Bei Obst und Gemüse könnten EU-Mittel in Anspruch genommen werden. Interne Sparmaßnahmen seien ausgeschöpft.

Getreidemühlen wollen weiter nicht zahlen

Das Getreide ist im AMA-Gesetz zwar auch erfasst, allerdings derzeit mit null Beitrag. Deshalb sind Getreidebauern und Mühlenbetriebe seit Jahren im Visier der AMA. Diese Sparte profitiere von der Werbung für österreichische Produkte, leiste aber keinen finanziellen Beitrag.

"Gegen AMA-Beiträge wehren wir uns vehement. Dann können die österreichischen Mühlen zusperren, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig sind, zitiert die OÖN Markus Haberfellner, Chef der  Grieskirchner Mühle. Backbetriebe, Gastronomie und Lebensmittelhandel würden billigere ausländische Ware bevorzugen. Das würde zum Bumerang für die heimischen Bauern.

Auch Bauernbund-Präsident Georg Starsser erteilt dem Wunsch auf mehr Geld quasi eine Abfuhr. Es sei derzeit gar keine gute Zeit, Abgaben oder Beiträge zu erhöhen, so Strasser: Das ist nicht die Linie der Bundesregierung."

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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