Neue EU-Bio-Verordnung

Auch Bauernbund für Verschiebung

Wegen der Corona-Krise kommt es zu Verzögerungen bei der Erstellung der Rechtstexte auf EU-Ebene. Daher spricht sich der Bauernbund für eine Verschiebung der EU-Bio-Veordnung aus. Diese im Mai 2018 beschlossene Verordnung bringt zahlreiche Neuerungen für die biologische Landwirtschaft ab 1. Jänner 2021.

Nach den europäischen Bioverbänden regt nun auch der Bauernbund eine Verschiebung des Gültigkeitsbeginns der neuen EU-Bio-Verordnung an. (Bildquelle: Archiv)

Nach vielen Jahren intensiver Diskussionen wurde im Mai 2018 ein neuer EU-Rechtsrahmen für die Bio-Produktion innerhalb der EU beschlossen. Die neue EU-Bio-Verordnung bringt zahlreiche Änderungen für die europäischen Biobäuerinnen und Biobauern, die zum Teil noch nicht ausverhandelt sind, also auch noch nicht einmal bekannt sind.

Die neue EU-Bio-Verordnung, die mit 1. Jänner 2021 Gültigkeit erlangen soll, enthält viele und teils komplexe, zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannte neue Vorgaben für unsere Bäuerinnen und Bauern in der biologischen Landwirtschaft, die gut vorbereitet werden müssen. Auch durch die COVID 19-Krise in Europa ist es nun zu Verzögerungen in der Ausarbeitung der erforderlichen Rechtstexte der EU gekommen. Es ist aus unserer Sicht deshalb unrealistisch, eine gut vorbereitete Umsetzung ab dem Jahr 2021 durchführen zu können. Wir fordern deshalb die EU-Kommission auf, die Umsetzung der neuen Bio-Verordnung um ein Jahr auf 2022 zu verschieben“, so Bauernbundpräsident Abg.z.NR DI Georg Strasser.

Keine weitere Verunsicherung der Biobauern

Österreichs Biobauern mussten in den vergangenen Monaten infolge eines EU-Bio-Audits der EU-Kommission im Jahr 2017 zahlreichen Änderungen durchführen. „Das EU-Bio-Audit hat innerhalb der Biobäuerinnen und Biobauern teils zu großer Verunsicherung geführt. Uns ist es deshalb ein großes Anliegen, dass wir künftige Änderungen und Anpassungsnotwendigkeiten im Bio-Bereich gut vorbereiten können – zum Vorteil aller Beteiligten vom Bauern beginnend bis hin zum Konsumenten. Darüber hinaus sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf den europäischen und internationalen Agrarmärkten noch nicht absehbar. Bei derartigen Marktunsicherheiten noch gleichzeitig eine aufwendige Systemumstellung durchzuführen würde unsere Biobetriebe überfordern. Wir setzen deshalb auch auf die Unterstützung von Bauernverbänden in anderen EU-Mitgliedsstaaten, um eine Verschiebung der Umsetzung der neuen Bio-Verordnung zu erreichen“, so Strasser.

Strafen für Österreich absehbar

Richtig ist, dass EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski die Gründe der bisherigen nationalen Ausnahmen seit seinem Besuch zwischenzeitlich zwar kennt. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die EU-Kommission nach ihrer harschen Kritik an Österreich in dieser Frage einknickt. Zudem ist mit Strafzahlungen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe aufgrund jahrelanger Nichtentsprechung der derzeit noch gültigen Bio-Veordnungg zu rechnen.

Bio Austria reklamiert Vorreiterrolle für EU-Dachverband

Indes weist Bio Austria mittels Aussendung hin, dass sich bereits am 10. April der EU-Bio-Dachverband IFOAM EU-GROUP, dem Bio Austria angehört, für eine Verschiebung des Inkrafttretens der neuen EU-Bio-Verordnung ausgesprochen hatte. Nichtsdestotrotz zeigt sich Bio Austria über diese Unterstützung der Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern in der EU und besonders in Österreich durch den Bauernbund erfreut.


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