Bauerneinkommen 2018 um 10 Prozent gesunken

Die Einkünfte aus der österreichischen Land- und Forstwirtschaft beliefen sich 2018 auf durchschnittlich 28.035 € je Betrieb. Dies ergibt gegenüber 2017 ein Minus von 10%. Dies geht aus dem "Grünen Bericht 2019" hervor, der diese Woche im Ministerrat behandelt wurde.

Im Biobereich und bei den Bergbauern war der Einkommensrückgang am geringsten. (Bildquelle: pixabay)

"Hauptursache des Einkommensrückgangs ist der Klimawandel und die damit verbundene extreme Trockenheit in vielen Regionen", betont Bundesministerin Maria Patek. Neben den hitze- und trockenheitsbedingten Mindererträgen im Acker- und Futterbau sind vor allem auch die gestiegenen Produktionskosten sowie preisbedingte Einbußen auf dem Schweinemarkt für diese Entwicklung mitverantwortlich, so Patek.

Geringerer Rückgang bei Bergbauern und Bios

Der Grüne Bericht wertet die Einkommensergebnisse von rund 2.000 freiwilligen land- und forstwirtschaftlichen Buchführungsbetrieben aus dem Kalenderjahr 2018 aus und beschreibt die Entwicklung der Landwirtschaft im abgelaufenen Kalenderjahr, die erforderlichen Maßnahmen sowie die Verteilung entsprechender Fördermittel.

Dem Bericht zufolge sanken 2018 die agrarischen Einkommen der Bergbauernbetriebe gegenüber dem Vorjahr um 8%, der Einkommensrückgang war damit geringer als im Durchschnitt aller Betriebe. Hier wirkten vor allem Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung, insbesondere ÖPUL und Ausgleichszulage, einkommensstabilisierend.

Bei den Biobetrieben gingen 2018 die agrarischen Einkünfte um 2% zurück. Mit 30.110 € je Hof lagen sie um 7% über dem Durchschnitt aller Betriebe. Auch hier zeigen sich positive Wirkungen der ÖPUL-Maßnahmen.

Haupterwerbsbetriebe erreichen höhere Einkünfte

Betriebe, die überwiegend Land- und Forstwirtschaft ausüben (Haupterwerbsbetriebe), konnten ein fast doppelt so hohes agrarisches Einkommen erzielen als der Durchschnitt aller Betriebe. Nebenerwerbsbetriebe haben naturgemäß geringere Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (rund ein Viertel des Durchschnitts aller Betriebe). Der Großteil des Haushaltseinkommens wird in der Regel durch außerbetriebliche Einkünfte und/oder Sozialtransfers erzielt.

Bei einem Vergleich der Betriebsformen zeigt sich, dass Marktfruchtbetriebe 2018 mit einem durchschnittlichen Minus von 0,7% relativ geringe Einkommensverluste verbuchten, während diese bei den Veredelungsbetrieben (-26,4%) relativ hoch ausfielen. Dieser starke Einkommensrückgang ist darauf zurückzuführen, dass im tierischen Sektor 2016 und 2017 sehr hohe Zuwächse erreicht werden konnten. Steigende Futtermittelpreise und gesunkene Schweinepreise wirkten sich 2018 stark aus. Im Vergleich mit dem Dreijahresschnitt sind die agrarischen Einkünfte der Veredelungsbetriebe 2018 um 3,1% gesunken.

Aus einem mehrjährigen Einkommensvergleich geht hervor, dass die Einkünfte aus der österreichischen Land- und Forstwirtschaft 2018 mit durchschnittlich 28.035 Euro je Betrieb in etwa auf dem Niveau der Jahre 2014 (28.588 €) beziehungsweise 2016 (27.361 €) lagen.

Einkommensverluste nur zum Teil abgefedert

"Die außergewöhnlich hohen Temperaturen waren 2018 eine große Herausforderung für die heimische Landwirtschaft. Den Betrieben wurden vom Bund und den Ländern für hitze- und trockenheitsbedingte Mindererträge im Acker- und Futterbau Unterstützungen in Form von Direkthilfen und Zinsenzuschüssen in der Höhe von rund 22 Mio. € ermöglicht. Weiters wurde für den Forst ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Somit konnten höhere Einkommensverluste abgefedert werden", erklärt Patek.

Durch die konsequente Weiterentwicklung und Bündelung der Ernte- und Tierversicherungen sowie eine Erhöhung der Zuschüsse für diese Maßnahme auf 55% werde den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ein wirksames und nachhaltiges Instrument zur Abfederung künftiger Risiken angeboten.

BMNT will für künftige EU-Agrargelder kämpfen

Die Aufrechterhaltung einer weitgehend flächendeckenden Bewirtschaftung ist ohne Unterstützung durch öffentliche Zahlungen nicht zu schaffen. 2018 machten die öffentlichen Zahlungen im Durchschnitt 16 Prozent vom Ertrag aus, bezogen auf die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft waren es 68 Prozent. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist somit ein wichtiges Sicherheitsnetz der österreichischen Landwirtschaft.

Österreich hat im Vergleich zu vielen anderen EU-Staaten einen überproportional hohen Anteil der Zahlungen aus der 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (Ländliche Entwicklung). Speziell für Bergbauernbetriebe aber auch für BIO-Betriebe oder für das erfolgreiche Agrarumweltprogramm (ÖPUL), an dem 80 Prozent der Bäuerinnen und Bauern teilnehmen, sind die Zahlungen aus der 2. Säule von größter Bedeutung.

Betrachtet man das Agrarbudget 2018 entfallen in Summe 51 Prozent der Förderungen auf die 2. Säule, 34 Prozent auf die 1. Säule (Direktzahlungen) und 15 Prozent auf nationale Zahlungen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus wird sich daher weiter in den Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 für die Beibehaltung der finanziellen Mittel einsetzen.

Nähere Infos und den Bericht zum Download finden Sie hier: www.gruenerbericht.at

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

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