Steuerreform

Bauernentlastung laut UBV zu gering

Der Unabhängige Bauernverband begrüßt die ökosoziale Steuerreform der Bundesregierung. Für die vorgeblich größte Steuerentlastung bräuchte es aber diverse Nachbesserungen, so der Verband.

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) begrüßt die ökosoziale Steuerreform der Bundesregierung, sieht die vorgestellten Entlastungen für die Bauern aber als viel zu wenig umfangreich. So wäre gerade die Landwirtschaft in der Pandemie systemrelevant, überstundenerprobt und Leistungsträger in der Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln gewesen. Zuletzt forderte der UBV eine Nachzahlung von 3 Mrd. € für Österreichs Landwirtschaft.

Die größte Steuerreform aller Zeiten solle nicht nur der besserverdienenden Bevölkerung, gutbezahlten Funktionären und der Industrie nützen, sondern auch die bäuerlichen Einkommen stärken, so der UBV und legte seine Anmerkungen und Forderungen in einer Aussendung auf den Tisch.

Die Kritikpunkte und Forderungen

Wie man mit 25 Mio. € pro Jahr 155.000 Betriebe energieautark macht, blieb sprichwörtlich im Dunkeln, kritisiert der UBV in einer Aussendung. Mit 160 € für jeden land-und forstwirtschaftlichen Betrieb in Österreich bekomme man genau zwei Elektrikerstunden gefördert.

Bisher waren auch die bäuerlichen Betriebe systemrelevant, daher fordert der UBV für die Betriebsführer der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebe eine Gutschrift von 3.000 € bei den Sozialversicherungsbeiträgen – angeglichen am Mitarbeitermodell für Unternehmen.

Um die Kinder der Bäuerinnen und Bauern pauschalierungsbedingt nicht schlechter zu stellen, müsse es Anhebung des Kinderbonus auf 2.000 € geben.

Das sogenannte Dieselprivileg sieht der UBV bei genauer Betrachtung der länderspezifischen Besteuerung von Diesel für Österreich nicht. "Den Erhalt des in Wirklichkeit nicht vorhandenen Dieselprivilegs als Erfolg zu verkaufen entbehrt jeder Grundlage", so der UBV und fordert eine "Mineralöl-Mehrwertsteuer-Rückvergütung für die Bauern nach deutschem Model in Höhe von 21,48 Cent je Liter Diesel."

Um die stark gestiegenen Ausgaben für die Betriebsmittel abzufedern, fordert der UBV eine Angleichung des einnahmenseitigen Mehrwertsteuersatzes für pauschalierte Betriebe von derzeit 13% auf 20%. "Alleine diese Maßnahme würde unseren brav wirtschaftenden Bäuerinnen und Bauern 700 Mio. € bringen", bekräftigte UBV-Bundesobmann Karl Keplinger gegenüber top agrar die Nachbesserungsforderungen.