Bauernhof im Hochhaus?

Trägt künftig der Bauernhof im Hochhaus dazu bei, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern? So stellen sich jedenfalls Wissenschaftler und Architekten die Landwirtschaft der Zukunft vor.

Grafik: VINCENT CALLEBAUT ARCHITECTURES, WWW.VINCENT.CALLEBAUT.ORG (Bildquelle: )

Anlass für diese Überlegungen ist das rasante Wachstum der Weltbevölkerung. Diese soll bis zum Jahr 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen wachsen. Da es aber wohl nicht mehr Ackerflächen für Pflanzenbau und Tierhaltung gebe, müsse auf gleichem Boden genug Nahrung für immer mehr Menschen erzeugt werden.

Hoch hinaus mit einem Bruchteil des Wasser- und Energieverbrauchs

Ingenieure, Architekten und Umweltschützer planen daher ein neues Konzept der urbanen Landwirtschaft, berichtet der Kurier in seiner heutigen Ausgabe: Künftig solle es in die Höhe gehen. Vertikale Farmen, angelegt in Hochhäusern, sollen so Stadtbewohner ernähren und das zu einem Bruchteil des Land-, Wasser-, und Energieverbrauchs, den die herkömmliche Landwirtschaft benötige.

Dickson Despommier, Wissenschaftler und Autor stelle in seinem Buch „The vertical farm“, dieses Konzept für die Zukunft der Landwirtschaft vor. Der größte Vorteil sei seiner Meinung nach, dass die Transportwege sich dadurch drastisch verkürzen, weil die Lebensmittel direkt in der Stadt angebaut wer- den. Die riesigen Glasfronten der Hochhäuser, das Abwassersystem und Klimaanlagen könnten energieeffizient in den Kreislauf miteinbezogen werden, so Despommier.

Vier Ernten pro Jahr

Anfallende Pflanzenreste oder Bio-Müll der Hausbewohner würden zerkleinert, über ein System in den Keller befördert, getrocknet und zu Biopellets gepresst, die das Hochhaus beheizen sollen. Vier Mal pro Jahr, so die Berechnungen Despommiers, könnte in dem gigantischen bewohnbaren Gewächshaus geerntet werden. Die Investitionen für den Umbau eines 30-stöckigen Hochhauses beziffert der Wissenschaftler laut Kurier auf 84 Mio. $. Dafür könnten  35.000 Menschen verbrauchernah versorgt werden.

Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits vor einigen Jahren in den Niederlanden. Im Rotterdamer Hafen wäre so eine Farm beinahe gebaut worden. Doch nach heftiger Kritik aus der niederländischen Bevölkerung und den Medien wurde das Projekt abgeblasen, so der Kurier.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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