Benachteiligte Gebiete: Drastische Einschnitte drohen

Ab 2014 könnten knapp 228.000 ha (ca. 70 %) aus den so genannten "sonstigen benachteiligten Gebieten" und somit Ausgleichszulage-Zahlungen herausfallen -; das zumindest sehen Planungen der Europäischen Kommission vor.

Wie hier im Waldviertel sind viele der so genannten

Wie hier im Waldviertel sind viele der so genannten (Bildquelle: )

Betroffen sind im Burgenland vor allem das Süd- und Mittelburgenland und das Gebiet um den Neusiedlersee,in Niederösterreich die Wachau Gebiete im östlichen Waldviertel und Teile des Wienerwaldes,in Oberösterreich Teile des Inn- und Hausruckviertels und in Salzburg einige Bezirke im nördlichen Flachgau. Zur Erklärung: Als sonstige benachteiligte Gebiete werden Gebiete definiert, deren Betriebe eine landwirtschaftliche Vergleichszahl (beschreibt die wirtschaftliche Ertragsfähigkeit) von max. 30 (35 für Gebiete mit 80 % Grünlandanteil) aufweisen, und eine Bevölkerungsdichte von max. 55 Einwohner/km² (in einigen Gebieten 70) oder Gemeinde die einen Beschäftigtenanteil in der Landwirtschaft von mehr als 15 % hat. Die EU-Kommission will eine Neuabgrenzung der sonstigen benachteiligten Gebiete" mit der Begründung, EU-weit gleiche Abgrenzungskriterien zu schaffen. Insgesamt gelten in der EU 54 % der Agrarfläche als benachteiligt. Es gibt mehr als 100 verschiedene Kriterien zur Abgrenzung, was zu einer Ungleichbehandlung führt -; argumentiert der Europäische Rechnungshof. Zur Lösung des Problems wurde eine Expertengruppe des Gemeinsamen Forschungszentrums (JCR)" von der Kommission beauftragt, acht biophysikalische Kriterien für die Neudefinition zu erarbeiten. Demnach soll künftig ein Gebiet als benachteiligt eingestuft werden, wenn mind. 66 % der landwirtschaftlichen Fläche des Gebietes zumindest eines der neuen Kriterien aufweist.

Österreich strikt dagegen

Dies stößt im EU-Parlament sowie in einzelnen Mitgliedsländern -; vor allem in Österreich und Deutschland -; auf Widerstand. EU-Parlament-Abgeordneter Herbert Dorfmann gab gegenüber Medien bekannt, die Einbeziehung weiterer Faktoren, insbesondere sozioökonomischer Kriterien und die Möglichkeit zur Kumulation von Kriterien seien von großer Bedeutung. In Mitteleuropa ergibt sich eine Benachteiligung oftmals aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Deshalb sei die Neudefinition nur für extreme Gebiete in Nord- und Südeuropa geeignet, kritisierten Experten.


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