Kärnten

Betrugsermittlungen im Lagerhaus

Bei der "Unser Lagerhaus" Warenhandelsgesellschaft mbH (WHG) sind die Ermittler im Haus. Offenbar kam es zu länger andauernden Malversationen in der Sparte Baustoffhandel. Mehrere Mitarbeiter wurden abgelöst, zudem muss rasch eine neue Geschäftsleitung bestellt werden.

Bei der WHG am Klagenfurter Südring wurden Rechnungsmanipulationen und finanzielle Unregelmäßigkeiten publik. Seit Freitag gibt es auch keinen Geschäftsführer. (Bildquelle: Sreenshot/Werkbild)

Langjährige Mitarbeiter sollen manipulierte Rechnungen über Baustoffe ausgestellt und das Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Der WHG-Aufsichtsrat und ehemalige Kärntner ÖVP-Agrarlandesrat Robert Lutschounig bestätigte gegenüber dem ORF Kärnten, dass es den Betrugsverdacht gibt.

Demnach seien bereits vor einem Monat die möglichen Malversationen intern bekannt geworden. Die Vorgangsweise der Mitarbeiter dürfte aber offenbar sehr gefinkelt gewesen sein, denn die Scheinrechnungen wurden weder bei Routinekontrollen noch bei externen Überprüfungen entdeckt, wird Lutschounig, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der RLB Kärnten ist, zitiert. Auch sei ein Unternehmer in die Causa mitinvolviert.

Bestätigt werden diese Angaben durch die schriftliche Stellungnahme vom WHG-Aufsichtsratsvorsitzenden und BayWa AG-Vorstandsvorsitzender Prof. Klaus Josef Lutz. Darin heißt es u.a.: "Nach weiteren internen Untersuchungen muss ich als Aufsichtsratsvorsitzender der WHG davon ausgehen, dass Mitarbeiter bei WHG Baustoffe mit einem externen Dritten zum Schaden der WHG gehandelt haben. Dabei ist nicht auszuschließen, dass es sich auch um strafrechtlich relevante Sachverhalte handelt. Aus diesem Grund wird die zuständige Staatsanwaltschaft von uns über diesen Vorgang informiert. Die WHG arbeitet darüber hinaus bereits in dieser Angelegenheit mit der Steuerfahndung zusammen."

Mehrheitseigentümerin BayWa weiter am Zug

Mehrere WHG-Mitarbeiter wurden bereits entlassen bzw. suspendiert, heißt es aus Klagenfurt. Gegenüber der Geschäftsführung gäbe es aktuell zwar keine Vorwürfe, der Sprecher der WHG-Geschäftsführung trat laut "Kleine Zeitung" aber bereits letzte Woche zurück. Dem zweiten Geschäftsführer ging die Causa möglicherweise emotional so nahe, dass er letzten Freitag den Freitod wählte.

Nun muss der BayWa-Konzern in München, an den die damals mit schweren wirtschaftlichen Problemen kämpfende WHG Anfang der 1990er mehrheitlich notverkauft worden war, eine neue Geschäftsleitung bestellen und diese an das Firmenbuch beim Landesgericht Klagenfurt melden. Darüber wird laut Prof. Lutz "auf einer Generalsversammlung in Kürze entschieden."

Die Ermittlungen wegen dem Betrugsverdacht und der Höhe des Schadens indes laufen weiter. Bis zum Gegenbeweis gilt für alle Involvierten die Unschuldsvermutung.


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