Bienenvölker trotzen der Varroamilbe

Die Bienenvölker befinden sich in einem hervorragend guten Zustand, der Befall mit Varroamilben ist äußerst gering. Das ist die positive Nachricht für alle Imker. Anfang des Jahres starteten diese noch mit 30 bis 40% weniger Bienenvölkern. Die Frage, warum die Varromilbe so zurückgegangen ist, beschäftigt jetzt die Experten.

Peter Frühwirth von der LK Oberösterreich und Gesellschafter von "Die Hochland Imker" berichtet von einem guten Gesundheitszustand der Bienenvölker. (Foto: Die Hochland Imker) (Bildquelle: )

Die Bienenvölker haben sich heuer sehr gut entwickelt. Sie zeigten eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung, die allerdings Ende Mai durch eine relativ starke Tendenz zum Schwärmen gekennzeichnet war; diese lässt sich mit der Schlechtwetterphase ab Mitte Mai begründen.

Die Bildung von Jungvölkern funktionierte sehr gut, auch diese entwickelten sich sehr gut. Mit Anfang September befinden sich sowohl die Ertragsvölker, als auch die neuen Jungvölker in einem starken und gesunden Zustand. Der Ertrag an Blütenhonig war witterungsbedingt gering bis mittel. Der Ertrag an Waldhonig war gut bis sehr gut. Die gute Waldhonigernte überrascht insofern, als dies nach dem absoluten Nulljahr 2014 nicht zu erwarten war. Es war vielmehr davon auszugehen, dass die Populationen der Honigtauerzeuger sich erst wieder langsam aufbauen werden und es eine eher geringe bis mittlere Waldhonigernte geben wird.

Nur vereinzelnt Varroa-Befall

Auffallend war und ist der sehr niedrige Befallsgrad mit Varroamilben (im Durchschnitt, einzelne Ausreißer gibt es vereinzelt). Die Varroabehandlung, die heuer Ende Juli/Anfang August bei sehr guten Bedingungen durchgeführt wurde, zeigte einen extrem niedrigen geringen Abfall an Milben (und damit einen sehr geringen Befallsgrad). Dies nicht nur in ganz Österreich, auch in Deutschland wurde dies mit Überraschung festgestellt. Die Ursachen dafür liegen derzeit im Dunkeln. Sowohl die Abteilung Bienenkunde an der AGES, als auch die deutschen Bieneninstitute beschäftigen sich mit dieser Frage.

Restentmilbung unbedingt durchführen

Die Restentmilbung im kommenden Winter muss trotzdem unbedingt durchgeführt werden. Die oben angeführten einzelnen Ausreißer im Varroabefall können durchaus noch bis Mitte November die anderen Bienenvölker auf einem Bienenstand mit Milben „versorgen“.

Wespen gefährlich für schwache Völker

Extrem stark ist heuer das Auftreten von Wespen. Diese können auf ihrer aggressiven Suche nach Zucker und Eiweiß für zu schwache Jungvölker zu einem Problem werden. Letztlich ist das aber ein Zeichen für natürliche Selektion. Gesunde und intakte Bienenvölker haben damit kein ernstes Problem.
 

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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