Bio-Milch: Europaweit höhere Nachfrage und Preise

Der europäische Bio-Milchmarkt ist derzeit von einer zunehmenden Nachfrage und steigenden Preisen gekennzeichnet. Laut Bioland, dem führenden ökologischen Anbauverband in Deutschland, erreichte Europas Bio-Milchproduktion im vergangenen Jahr eine Gesamtmenge von ungefähr 2,5 Mio. t, meldet das AIZ. Mit 460 Mio. kg habe Deutschland den größten Anteil, knapp gefolgt von Dänemark und Österreich.

Österreich habe eine Bio-Milchquote von 396.000 t, wovon etwa 360.000 t auf Molkereianlieferungen (A-Quote) entfallen. Die tatsächlich als Bio-Milch bezahlte Produktion sei im Vorjahr um etwa 20% auf 264.000 t erhöht worden. Heuer solle sie aufgrund der gestiegenen Nachfrage um weitere 15% zunehmen. Dabei profitiere Österreich auch vom Bio-Boom in Deutschland. Der Bedarf sei mittlerweile größer als das Angebot, die Dachorganisation BioAustria werbe um neue Milchbauern. Wegen der steigenden Nachfrage seien im Laufe des vergangenen Jahres die Bio-Milchpreise um 2 Cent je kg gestiegen. Die Bio-Milchzuschläge liegen laut BioAustria im Schnitt bei etwa 5 Cent je kg.

Blick in andere europäische Länder

Die dänische Bio-Milchproduktion habe 2006 bei etwa 405.000 t gelegen. Bio-Molkereiprodukte gehörten in dänischen Supermärkten zum Standardsortiment, 30% der konsumierten Trinkmilch in Kopenhagen sei Bio-Milch. Die Arla Foods Genossenschaftsmolkerei verliere bei der Bio-Milch zunehmend Lieferbetriebe an vier kleine private Molkereien, die den Bio-Bauern höhere Preise zahlten und bereits ein Drittel der Bio-Milch in Dänemark verarbeiteten. Rund 90 Mio. kg Bio-Milch konnten im vergangenen Jahr mehr vermarktet werden als in den Vorjahren, davon entfalle etwa ein Drittel auf den Export nach Deutschland. Der Anteil verwerteter Bio-Milch werde für 2007 auf 85% geschätzt. Umsteller gebe es fast keine, Bio-Futtergetreide sei teuer und zu wenig verfügbar.In den Niederlanden solle der Auszahlungspreis heuer weiter ansteigen, Auslöser dafür seien die große Nachfrage und der Einfluss des Bio-Milchpools, der über ein Potenzial von rund 20.000 t Bio-Milch verfüge und seinen Bauern 38 Cent je kg zahle. Im Jahr 2007 werde damit gerechnet, dass weitere Bauern zum Pool wechseln, so das AIZ.In England liege der Bedarf an Bio-Milchprodukten deutlich über dem Angebot. Die größte britische Supermarktkette Tesco habe Ende 2006 angekündigt, jeden Bio-Milcherzeuger in den kommenden drei Jahren mit umgerechnet 270 € jährlich zu unterstützen. Das Geld solle in erster Linie für die Umstellung auf Bio sowie für technische Adaptionen und Kontrollen verwendet werden. Die meisten Lieferbetriebe sind Mitglied bei der Bio-Milcherzeugergenossenschaft OMSCo, die mit einer Versorgungslücke von rund 60 Mio. kg in den nächsten Jahren rechne. Diese Erzeugergenossenschaft bündele rund zwei Drittel der Bio-Milchmengen in England.Die Schweizer Bio-Milcherzeugung macht laut AIZ etwa 220.000 t aus. Die Erzeugerpreise für Biomilch lägen aktuell umgerechnet um 7 Cent über dem Erlös für konventionelle Milch. Marktführer bei den Molkereien sei Emmi mit knapp zwei Drittel der an die Molkereien gelieferten Bio-Milchmenge in Höhe von 83 Mio. kg Bio-Milch. Dem folgen Cremo und ELSA mit 20 und 10 Mio. kg sowie weitere 120 kleine Käsereien, die zusammen 30 Mio. kg verarbeiteten.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen