Thema des Monats

Brauchen einen mutigen Neustart!

Der Mangel an Saisonarbeitern und Pflegekräften, die fehlende Eigenproduktion vieler essenzieller Rohstoffe und somit die Abhängigkeit von Importen aus China und Übersee: Viele Probleme in unserem System werden durch die Corona-Krise jetzt erst so richtig sichtbar.

Helene Binder, Bundesleiterin Landjugend Österreich (Bildquelle: Landjugend Österreich)

Sie zeigt uns, wie wichtig funktionierende lokale Kreisläufe sind. Dazu gehört der bäuerliche Lebensmittelproduzent, der örtliche Nahversorger, die lokale Postfiliale und Polizeistelle sowie eine flächendeckende Gesundheitsversorgung.

Diese Dinge sind für unser tägliches Leben von großer Bedeutung und dürfen nicht weiter wegrationalisiert werden. Im Gegenteil, schon jetzt sind zu viele heimische Unternehmen der Globalisierung zum Opfer gefallen. Eine gute regionale Grundversorgung muss einem wichtiger sein, als möglichst viele und billige Güter irgendwo am Globus einkaufen zu können. Im Zuge des wieder Hochfahrens der österreichischen Wirtschaft ist ein Handeln nach „Wir machen weiter wie bisher“ also eindeutig keine Lösung.

„Eine krisenfeste, regionale Grundversorgung hat ihren Preis“

Damit sich etwas verbessert, sollte die Regierung die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen umsetzen. Sie wurden bereits vor fünf Jahren mit der Agenda 2030 beschlossen. Sie beinhalten u. a. folgende Themen: Bezahlbare und saubere Energie, nachhaltiger Konsum und Produktion sowie Maßnahmen zum Klimaschutz oder nachhaltige Städte und Gemeinden.

Leider sind diese Ziele noch wenig bekannt. Vor allem werden diese Nachhaltigkeits-Ziele in die Schublade „Jugendthema“ gesteckt. Da kommt es einem so vor, als ob sich die Gesellschaft ihrer Verantwortung entziehen möchte.

Jeder Entscheidungsträger, unabhängig seines Alters, ist aber schon heute für die Entwicklung einer lebenswerten Zukunft für die gesamte Gesellschaft verantwortlich. Daher müssen auch die älteren Generationen mehr in Richtung nachhaltige Entwicklung unternehmen. Es kann nicht sein, dass wir Jungen diese Last allein tragen.

Alle Regierungsverantwortlichen sollten ab sofort bei ihren Entscheidungen die nachhaltigen Entwicklungsziele mit einbeziehen. Ministerin Elisabeth Köstinger hat bereits mit weiteren EU-Staaten zugestimmt, nach Corona in einen grünen Neustart zu investieren. An diesem Versprechen muss sie auch festhalten. Nur so können wir in Österreich Ressourcen sparen, das Klima schützen oder die Bauern stärken, die uns mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen. Das ist die Zukunft, die wir als Jugend fordern.


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