GAP 2020 bis 2027

„Brauchen Weiterentwicklung, keine Revolution“

Ihre Vorstellungen von der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 erläuterten heute Herbert Dorfmann, Abgeordneter zum EU-Parlament sowie Landwirtschaftsministerin Eli Köstinger vor der Presse.

Eli Köstinger und EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann erläuterten heute vor der Presse und Stakeholdern ihre Vorstellungen in Sachen künftige GAP. (Bildquelle: Altmann )

Heute präsentierten Herbert Dorfmann und Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger im Haus der Europäischen Union ihre Vorstellungen zur künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa. Am nächsten Mittwoch wird die EU-Kommission den Budgetrahmen der GAP 2020 bis 2027 präsentieren. Dorfmann stellte zu Beginn klar, dass „wir keine Revolution, sondern eine Weiterentwicklung der bestehenden Instrumente aus 1. und 2. Säule benötigen.

Ihm gehe es darum, dass die Lücke zwischen großen und kleinen Betrieben sich nicht weiter vergrößern dürfe. Kleine bäuerliche Betriebe in Berggebieten sollten besonders unterstützt werden. Dafür sollten in der 1. Säule die ersten Hektar Fläche stärker gefördert werden und das „Capping“, sprich eine Obergrenze, bis zu der es eine Förderung gibt, eingeführt werden. Bei der 2. Säule sollte nach Meinung Dorfmanns wenig geändert werden. Wichtig sei aber, diese „bürokratisch zu entschlacken“, wie er es formulierte.

Kein Fan vom Greening"

Dem bisherigen Greening-System mit Umweltauflagen kann Dorfmann gar nichts abgewinnen. „Ich bin kein Fan davon, und wohl niemand ist damit wirklich glücklich“, meinte der Fachmann. Es sei schlicht und einfach nicht effektiv. Deshalb favorisiert Dorfmann eine klare Regelung in der 1. Säule, wonach Umweltauflagen eingehalten werden müssen, um eine Förderung zu erhalten.

„Die Agrarpolitik ist eine zutiefst strategische Politik, die durch Mittelkürzungen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden darf“, sagte  Bundesministerin Elisabeth Köstinger. „Eines ist für uns klar, wenn wir über die Gemeinsame Agrarpolitik diskutieren, müssen wir über das Agrarmodell der Zukunft reden. Hier steht für uns Qualität statt Quantität sowie die bäuerlichen Familienbetriebe im Zentrum.

Fokus auf Qualitätsproduktion legen

Zentrales Thema der fragenden Journalisten war auch der Mehrjährige EU-Finanzrahmen, zu dem die Europäische Kommission nächsten Mittwoch ihren Vorschlag präsentieren wird. Für Ministerin Köstinger ist „die Sicherstellung der Finanzmittel im nächsten Mehrjährigen EU-Finanzrahmen eine Kernforderung. Es müssen jene Mitgliedstaaten gefördert werden, die ihren Fokus auf Ressourcenschutz, höhere Standards und Qualitätsproduktion legen, fordert die Ministerin und sieht die österreichische Position klar im Vorteil: „Die Nettozahler dürfen nicht weiter zur Kassa gebeten werden. Wir müssen endlich bei der EU-Bürokratie sparen und dürfen unseren Bäuerinnen und Bauern nicht wieder Steine in den Weg legen. Nicht die Agrarkonzerne, sondern die kleinstrukturierten Familienbetriebe müssen im Fokus stehen.“
 

Artikel geschrieben von

Markus Schwaiger

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Kommentar: Selbstverursachtes Bio-Chaos

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