Strasser und Gahr

"Brauchen wirkungsvolles Wolfsmanagement"

Eine praxistaugliche Koexistenz mit Weideschutzgebieten fordern Landwirtschaftsvertreter auf nationaler und EU-Ebene beim Thema Wolf. Zudem braucht es laut diesen ein wirkungsvolles Wolfsmanagement, das auch Entnahmen ermöglicht.

Wolf

In Tirol gab es dieses Jahr mehr als 150 Wolfsrisse. (Bildquelle: pixabay.com)

"Wir wollen keine Scheindiskussionen mehr, sondern brauchen praxistaugliche Ansätze bei Problemwölfen. Wir setzen uns mit Entscheidungsträgern auf allen politischen Ebenen zusammen, um auch gerade jetzt außerhalb der Weidesaison hier Fortschritte zu erzielen", betonte Bauernbund-Präsident Georg Strasser in einer Expertenrunde. Daran nahmen Politiker aus dem Europaparlament wie Herbert Dorfmann, Simone Schmiedtbauer, Alexander Bernhuber und Barbara Thaler, die Bauernbund-Abgeordneten aus dem National- und Bundesrat sowie Vertreter aus den Bundesländern teil.

Einige EU-Länder haben bereits Wolfsmanagment

Dieses Jahr wurden fünf Petitionen aus vier Bundesländern rund um die Senkung des Schutzstatus des Wolfs in den österreichischen Nationalrat eingebracht. "In diesem Jahr gab es allein in Tirol mehr als 150 Wolfsrisse - das bringt die traditionelle Almwirtschaft zunehmend unter Druck. Wir brauchen in Österreich unbedingt eine Rechtsgrundlage für ein effektives Wolfsmanagement. Das Problem ist, dass Wölfe derzeit streng geschützt sind und eine Entnahme EU-rechtlich nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen möglich ist. Mittlerweile gibt es in der EU allerdings bereits mehrere Mitgliedstaaten, die ein wirkungsvolles Wolfsmanagement, das auch Entnahmen ermöglicht, eingeführt haben. Genau eine solche Regelung brauchen wir auch für Österreich. Wir wollen keinen Sonderweg, sondern nur gleich wie andere behandelt werden", unterstrich Tirols Bauernbund-Abgeordneter Hermann Gahr.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass es ein koordiniertes Wolfsmanagement in Österreich braucht. Daran wird derzeit auch schon gearbeitet. Trotz hohem Schutz durch die FFH-Richtlinie werden zum Beispiel in Frankreich jährlich rund 60 Tiere pro Jahr entnommen. Durch die kontrollierte Bejagung der Wölfe wurden die Tiere nachweislich scheuer und meiden so Menschen und Siedlungen - auch eine wichtige Voraussetzung für eine praxisnahe Koexistenz.

Weidezäune für Bergregionen keine Option

"Weidezäune sind für das Flachland vielleicht eine Option, aber nicht für die Bergregionen Österreichs und schon gar nicht für stark frequentierte Tourismusgebiete. Herdenschutz allein ist keine Antwort auf die Rückkehr der Wölfe. Hier braucht es weitreichendere Ansätze, um ein gutes Miteinander von Almwirtschaft, Tourismus und großen Beutegreifern zu garantieren. Es muss auch in Zukunft für unsere Bauern gefahrlos möglich sein, Alm- und Weidewirtschaft zu betreiben und somit die Kulturlandschaft zu erhalten. In Regionen, wo die Koexistenz möglich ist, braucht es Weideschutzgebiete", sagte Strasser abschließend.


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