EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit

Corona: Keine Übertragung durch Lebensmittel

"Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus durch Lebensmittel übertragen wird",stellt die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer aktuellen Mitteilung fest. Derweil erlässt Österreich scharfe Maßnahmen zur Eindämmung der Coronaverbreitung. Auch die Landwirtschaft ist davon betroffen.

Die behördlichen Zwangsmaßnahmen zwingen die Verbände Versteigerungen und andere Veranstaltungen abzusagen. Die Tiervermarktung wird so zur Herausforderung. Aber es gibt noch viele weitere offene Fragen für die Landwirte. Die LK Österreich versucht diese gerade mit den Behörden abzuklären. (Bildquelle: pixabay.com)

Erfahrungen aus früheren Ausbrüchen verwandter Coronaviren wie Sars-CoV und Mers-CoV zeigten, dass eine Übertragung durch den Lebensmittelkonsum nicht stattfand, sagte die leitende EFSA-Wissenschaftlerin laut Dow Jones News.

Zwar seien Tiere in China die wahrscheinliche Quelle der Erstinfektion mit dem Coronavirus, doch der Erreger verbreite sich von Mensch zu Mensch - hauptsächlich über Tröpfchen, die Menschen niesen, husten oder ausatmen, betont das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

"Wissenschaftler und Behörden auf der ganzen Welt überwachen derzeit die Ausbreitung des Virus. Bisher gibt es keine Berichte über eine Übertragung durch Lebensmittel", so die EFSA. Aus diesem Grund sei die Behörde aktuell nicht an der Bekämpfung der Covid-19-Ausbrüche beteiligt.

Österreich erlässt scharfe Maßnahmen

Die Bundesregierung hat am Dienstag weitere Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt. So gibt es einen Einreisestopp für Personen aus Italien. Auch der Lehrbetrieb an Unis und Fachhochschulen wird eingestellt. Veranstaltungen werden ebenfalls eingeschränkt: In geschlossenen Räumen oder Gebäuden dürfen Veranstaltungen nicht mehr als 100 Besucher umfassen, im Freien nicht mehr als 500. Zweiteres betrifft auch Demos.

Mögliche Maßnahmen an Schulen werden derzeit noch im Bildungsministerium bewertet. Dabei geht es vor allem darum, sich auf Auswirkungen bezüglich der Betreuungspflichten vorzubereiten.

Auch Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen

Die Veranstaltungseinschränkungen, die ab morgen bis vorläufig 3. April gelten sollen, trifft auch die Landwirtschaft hart. Größere Zuchtveranstaltungen wie auch Versteigerungen dürften sohin unmöglich werden. Absagen von der Versteigerung in Rotholz, dem Dairy Grand Prix in Dornbirn und des  Zwettler Kuhfrühlings sind laut der Rinderzucht Austria (ZAR) bereits fix. Ebenso wurde das heurige ZAR-Seminar, geplant für diesen Donnerstag in Salzburg, aufgrund der behördlichen Maßnahmen abgesagt.

Vor allem die künftige Nutztiervermarktung wird nun zur Herausforderung für die Landwirte werden. Möglicherweise muss diese in den nächsten Wochen direkt ab Hof erfolgen.

LK Österreich versucht Infos zu bündeln

Die Bundesregierung diskutiert derzeit auch Unterstützungsmaßnahmen (Haftungsfragen, Kreditstundungen etc.). Angesichts der aktuellen Situation und gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen stehen derzeit noch keine expliziten landwirtschaftsspezifischen Maßnahmen im Raum, so die LK Österreich (LKÖ) auf top agrar-Anfrage.

In den nächsten Tagen gibt es aber weiterführende Gespräche zwischen der  Regierung und den Sozialpartnern. Zudemt arbeite die LKÖ an Informationen für ihre Mitglieder und informiert auch laufend ihre eigenen Mitarbeiter über notwendige Maßnahmensetzungen in Sachen Coronaprävention.

 

 

 

 


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