Staatliches Unterstützungspaket

Coronakrise: Bauern brauchen dringend mehr Hilfe

Die Coronakrise zeigt bereits negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft. So verhindern die Grenzschließungen, dass dringend benötige Saisoniers und Erntehelfer ins Land können. Auch die Tierhalter leiden schon unter Markt- und Preiseinbrüchen. Nun soll es Geld vom 38 Mrd. € umfassenden Corona-Hilfspaket auch für die Bauern geben.

Der Rettungsring für die Wirtschaft wurde finanziell breit aufgestellt. Die Bauern profitieren davon noch nicht. (Bildquelle: pixabay)

Landwirtschaft ist auch Wirtschaft. Daher ist es nur recht und billig, dass auch die Bäuerinnen und Bauern bei Bedarf vom staatlichen Corona-Hilfspaket profitieren können.

Tatsächlich zieht die Coronakrise auch in der Landwirtschaft ihre Spuren: Die Ferkel- und Schweinepreise fielen, auch die Molkereien haben teilweise schon große Absatzprobleme, weil sich wegen den Quarantänemaßnahmen die Absatzwege und die Konsumgewohnheiten der Konsumenten drastisch ändern. Der Rindfleischabsatz geht rapide zurück und auch das Schlachtvieh wird regional teilweise schon nicht mehr abgeholt.

Zudem suchen die Gemüsebauern hängeringend nach Arbeitern und Saisoniers, die wegen der Grenzschließungen nun nicht nach Österreich kommen können. Die Landwirtschaftskammern erheben aktuell den Bedarf an diesen notwendigen Kräften und suchen auch Ersatzpersonal. Heute um 13 Uhr will Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger eine Pressekonferenz zum Thema Saisoniers abhalten.

Härtefall-Kriterien für die Landwirtschaft

Nach Informationen von top agrar Österreich soll in Vorbereitung der heutigen Nationalratssitzung (ab 12 Uhr) auch eine Verordnungsermächtigung für die Landwirtschaftsministerin in Rede stehen, damit ihr Ministerium (BMLRT) Richtlinien für Härtefälle in der Landwirtschaft ausarbeitet. Dabei soll es vor allem um die Abdeckung mittelfristiger wirtschaftlicher Schäden gehen.

Dabei müssten nicht die Schäden großer agrarischen Verarbeitungsbetriebe wie Molkereien und anderer Wirtschaftskammer-Mitglieder, sondern vorrangig die finanzielle Abdeckung der wirtschaftlichen Nöte der Bäuerinnen und Bauern auf den Höfen im Fokus stehen.

Viele Unterstützungsmaßnahmen sofort möglich

Allerdings wären Maßnahmen, die den Bauern an der Basis unmittelbar finanziell unter die Arme greifen, gleich möglich. Abdecken könnte man diese durch von der Bundesregeirung präsentiertzen 38 Mrd. €-Schutzschirm. So etwa

  • Generelle Erlassung der SVS-Zahlungen von zumindest einem Quartal
  • Verschiebung des MFA-Abgabedatums (Anm.: Deutschland will den Termin auf 15. Juni verschieben)
  • Verschiebung des Abgabedatums bei der Agrarstrukturerhebung auf August
  • Aliquote Vorab-Auszahlungen der heurigen GAP-Zahlungen
  • Keine AMA-Kontrollen wegen latenter Ansteckungsgefahr
  • Generelle Staatshaftung für Überbrückungskredite
  • Stundung der AIK-Kredite und Zinsen
  • Stundung der kommunalen Abgaben
  • Garantierte Bereitstellung von Hofaushilfen bei Erkrankung des Betriebsleiters
  • Aussetzung der GVE- und Dünger-Obergrenzen, da vielfach die Tiere nicht rechtzeitig von den Höfen abgeholt werden (können)
  • Versorgung der Tierbauern mit ausreichend Reinigungsmitteln und Hygienegewand (Milch, Geflügelmast, etc.)

Einige dieser Sofortmaßnahmen forderte bereits der Kärntner LK-Vizepräsident Manfred Muhr. Auch der Bauernbund kennt die Nöte auf den Höfen.

Doch wer jetzt sofort hilft, hilft doppelt. Immerhin tragen die Bäuerinnen und Bauern wesentlich zur Grundversorgung der Bevölkerung bei. Ohne sie hätte der Lebensmittelhandel auch keine Grundnahrungsmittel in den Geschäften.

Hier finden Sie Informationen des BMLRT (wird laufend aktualissiert) zu wichtigen agrarischen Fragen betreffend Corona.


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