Wildschutz beim ersten Grünland-Schnitt

Das empfiehlt der Lohnunternehmerverband

Der erste Schnitt im Grünland und damit eine gefährliche Zeit für Bodenbrüter, Hasen und Rehkitze hat in vielen Gebieten Österreich wieder begonnen oder steht kurz bevor. Jedes Jahr werden Hunderte von Rehkitzen, Feldhasen, Rebhühnern, Fasanen und anderen Wildtieren durch den Einsatz von Mähgeräten verletzt beziehungsweise vermäht (getötet), schreibt der Verband der Lohnunternehmer in seinem aktuellen Newsletter und gibt Tipss, wie dies vermieden werden kann.

Durch Tierkadaver entstehen unter Luftabschluss in der Silage gefährliche Leichengifte, die bei Rindern, Schafen, Ziegen oder anderen Wiederkäuern fatale Folgen mit Vergiftungen hervorrufen können. Als Vorbeugung gilt einzig die jegliche Vermeidung von Tierkadavern in Silagen oder Wirtschaftsdüngern. Bei einer nachgewiesenen Fahrlässigkeit des Fahrers oder des Lohnunternehmers können Haftungsfragen entstehen. Hier müssen die Fahrer auf ihre Verantwortung und ein richtiges Handeln beim Mähen geschult werden. WICHTIG: Gemähte Tiere müssen aus der bearbeiteten Fläche entfernt und entsorgt werden, so der VLÖ weiter.

Von innen nach außen mähen

Die einfachste und traditionelle Methode ist von innen nach außen zu mähen. Dazu sollte der Fahrer sofort in das Innere der Fläche fahren und dann spiralförmig nach außen mähen. Warum diese Methode Vorteile bringt, wird klar, wenn man sich mit dem Verhalten des Wildes beschäftigt. Alle Wildarten, die vorwiegend in der Deckung leben, werden im Falle einer Flucht nicht über eine offene Fläche laufen.

Bei der herkömmlichen Methode – von außen nach innen – wird jedoch eine solche Fläche geschaffen. Das führt dazu, dass sich das Wild instinktiv immer mehr zur inneren, verbleibenden Fläche oder Wiese zurückzieht und dort getötet wird. Abstimmung mit dem Landwirt unerlässlich Die Erfahrung hat gezeigt, dass ohne Absprache mit den Landwirten vor der Mahd weder eine Kitzsuche noch ein gezieltes Beunruhigen des Wildes möglich ist.

Mähtermine sollen mit den Revierinhabern und Jägern abgestimmt und bekanntgegeben werden. Weiters muss zwischen Lohnunternehmer und dem Landwirt vereinbart werden, dass sich der Landwirt um die Vorbeugemaßnahmen kümmert, heißt es in dem Newsletter der VLÖ weiter.

Einsatz Wildretter-Sirene

Zum gezielten Auszug der Tiere aus den Gefahrenbereichen empfiehlt der OÖ. Landesjagdverband allen Dienstleistern und den Landwirten den Einsatz einer Wildretter-Sirene, die im Frontbereich des Traktors oder SF-Mähers aufgebaut wird, berichtet der VLÖ weiter. Der Wildretter wird mittels des Magnetfußes am besten auf der Motorhaube oder an einer anderen Metallfläche im Frontbereich angebracht. Es ist darauf zu achten, dass der Wildretter nicht an beweglichen Teilen des Arbeitsgeräts montiert wird um nicht während des Einsatzes verloren zu gehen. Der Abstrahlwinkel des Schalltrichters ist nach vorne so in Richtung Boden zu justieren, dass die Fläche 12 bis 15 m vor dem Traktor oder dem Mäher beschallt wird. Das Kabel wird möglichst knapp am Aufbau des Traktors nach hinten zur Steckdose angeschlossen.

Der Betrieb des Wildretters erfolgt, sobald der Stecker eingesteckt ist und das Begrenzungslicht eingeschaltet wird. Im Betrieb ertönt ein auf- und abschwellender Dauerton, der für den Fahrer während der Mäharbeit kaum hörbar ist. Der Wildretter darf nur während der Mäharbeit aktiviert werden, keinesfalls bei Fahrten auf öffentlichen Straßen. Bei Nichtgebrauch einfach ausstecken.

Tipp vom VLÖ: Zum Schutz von Hasen ist der Wildretter auch bei der Bodenbearbeitung im Acker sehr gut geeignet. Sie können die Wildretter-Sirene beim OÖ. Landesjagdverband zum Preis von 67,00 EUR zuzüglich 3,90 EUR Versandkosten erwerben. Bestellungen bitte per E-Mail an office@ooeljv.at oder an die VLÖ unter info@lohnunternehmer.co.a.

Drohnen immer häufiger im Einsatz

Drohne

Hier fliegt gerade eine Drohne in der Südsteiermark einen Rehkitzrettungseinsatz. (Bildquelle: Elisabeth Reiterer)

Neben den vom VLÖ vorgestellten Techniken und verschiedenen anderen Rehkitzrettern bietet sich auch der Einsatz von Drohnen für das Aufspüren von Rehkitzen an. Wie dabei vorgegangen wird, erklärt z.B. der Tiroler Jagdverband auf seiner Homepage: In den frühen Morgenstunden können jene Felder, welche später am Tag gemäht werden, mit Drohnen abgeflogen werden. Drohnen, welche für die Rehkitzrettung eingesetzt werden, verfügen über eine Echtbild- und eine Wärmebildkamera. Die hochsensible Wärmebildkamera misst und visualisiert die Temperaturen am Boden, wodurch deutlich wärmere Objekte erkannt werden können und die versteckten Rehkitze sichtbar werden. Wo Sie Drohnenpiloten in ihrer Gegend finden, können sie hier nachschauen: https://rehkitzrettung.at/drohnenpiloten/

Wie die verschiedenen Techniken zur Rehkitzrettung im Vergleich abschneiden, darüber hat top agrar Österreich in seiner Ausgabe 4/2020, Seite 16 berichtet. Wenn Sie den Beitrag bestellen wollen, schreiben sie eine email: redaktion@topagrar.at.

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