Reaktionen zum Grünen Bericht

Die Einkommen wieder nach vorne bringen

Zur Verabschiedung des Grünen Berichts im Ministerrat gab es unterschiedliche Reaktionen. So fordert der LKÖ-Präsident besserer Agrarpreise, der Bauernbund will eine Trendumkehr einleiten. Kritik am jahrelangen Bauernbund-Weg wird Seitens der FPÖ laut.

Die Bauerneinkommen sind 2019 im Schnitt auf knapp 28.000 € pro Betrieb gesunken. (Bildquelle: Haiden/BMLRT)

"Wir brauchen bessere Agrarpreise, denn es kann nicht sein, dass der Anteil für die Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette weiter zurückbleibt", stellte LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger anlässlich des dieswöchigen Ministerratsbeschlusses zum Grünen Bericht 2020 fest.

Um die Einkommen der bäuerlichen Betriebe zu sichern, braucht es weiterhin auch Stabilität bei Budgets und Rahmenbedingungen. Dazu steuerliche Entlastungsmaßnahmen, wie sie die Regierung bereits beschlossen hat, sowie Instrumente zur Risikoabsicherung, listet der oberste bäuerliche Standesvertreter in seiner Stellungnahme auf.

Bauernbund will Trendumkehr einleiten

Die stagnierenden Bauerneinkommen wühlt auch die Bauernbund-Spitze auf. Für Präsident Georg Strasser ist "die Einkommensentwicklung in der Land-und Forstwirtschaft "nicht zufriedenstellend". Die Zahlen würden zeigen, dass die Entlastungen der Bundesregierung dringend notwendig waren, so Strasser: "Wir haben ein mehr als 400 Mio. €-Paket auf den Weg gebracht."

Das Stagnieren der Einkommen sei ein seit zehn Jahren anhaltender Trend innerhalb der EU. Hauptanliegen der Bauernbund-Politik wird laut Strasser auch in den nächsten Jahren die Gestaltung der Märkte gemeinsam mit den agrarischen Verbänden sein. "Dort sehen wir Chancen für einen Aufwärtstrend beim Einkommen und der Wertschöpfung", so der Vorsitzende des parlamentarischen Landwirtschafstausschusses via Aussendung.

FPÖ: Kritik an ÖVP wegen Bauernsterben

Dass bei der ÖVP-Agrarpolitik die Richtung schon lange nicht mehr stimmen würde, kritisierte indes FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner. Er mahnt eine Änderung ein und fordert angemessene Erzeugerpreise sowie eine Art Kollektivvertrag für die Landwirtschaft samt klaren Rahmenbedingungen.

Zudem fordert der Nationalratsabgeordnete die ÖVP auf, Farbe zu bekennen und sich klar hinter die landwirtschaftlichen Familienbetriebe zu stellen. Allenfalls solle die ÖVP deutlich sagen, dass sie zukünftig nur mehr eine industrielle Landwirtschaft haben will, so Schmiedlechner in seiner Aussendung.

NEOS: "ÖVP machte Bauern zu Bittstellern"

Für die NEOS "zeigen die Zahlen im Grünen Bericht klar, dass der Agrarhandel von großer Bedeutung ist. Wenn die ÖVP wirklich die Landwirtschaft vertreten will, muss sie ihr unsägliches EU-Bashing und ihre rückständigen ‚Austria first‘-Fantasien aufgeben", verlangte Aagrarsprecherin Karin Doppelbauer. Denn Österreichs Landwirtschaft profitiere von offenen Grenzen und Handeln mir den europäischen Partnern.

"Wir brauchen eine neue Vision für die österreichische Landwirtschaft. 40 Jahre lang hat das ÖVP-Landwirtschaftsministerium nur daran gearbeitet Landwirt_innen zu abhängigen Bittstellern zu machen. Dabei zeigt der Bericht wieder einmal, dass Innovation, Diversifizierung und Direktverkauf Einkommen und Unabhängigkeit stärken können", schließt Doppelbauer ihr Statement.

Hinweis: Meldung am 11.09.2020 um 9 Uhr ergänzt.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen