LK-Wahlen – Kärnten

Die Listenersten im ORF-Streitgespräch

Am 7. November wählen die Kärntner Bäuerinnen und Bauern ihre Standesvertretung neu. In der Sendung "Streitkultur" von Radio Kärnten diskutierten die Listenersten der wahlwerbenden Fraktionen die brennenden Problem des Bauernstandes.

Am 7. November finden die turnusmäßigen Wahlen der Kärntner Landwirtschaftskammer (LK) statt. Rund 62.000 Menschen sind wahlberechtigt, bei der LK-Wahl 2016 waren es noch knapp 72.000. Bis längsten 4. November können Anträge auf eine Wahlkarte für den 7. November bei der eigenen Gemeinde gestellt werden. Am 29. Oktober gibt es zudem einen vorzeitigen Wahltag.

In der dieswöchigen ORF-Sendung „Radio Kärnten Streitkultur“, die erstmals auch als Videostream live im Internet übertragen wurde, stellten sich die Fraktionsführer der sechs wahlwerbenden Gruppen den Fragen des Moderators. Mit ORF-Kärnten-Chefredakteur Bernhard Bieche diskutierten:

  • Präs., Vize-BGM und Stadtrat Siegfried Huber, Kärntner Bauernbund
  • 1. Vizepräs. Manfred Muhr, Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft
  • KR Franz Matschek, SPÖ Bäuerinnen und Bauern
  • KR Ing. Marjan Čik, Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern/Skupnost južnokoroških kmetov (bisherige Bezeichnung: Gemeinschaft der Südkärntner Bäuerinnen und Bauern)
  • KR Reinhard Stückler, Grüne Bäuerinnen und Bauern
  • Heimo Urbas, Liste Heimo Urbas/ Österreichischer Unabhängiger Bauernverband

Triste Einkommenslage als Hauptthema

In der fast zweistündigen Livesendung drehte sich die Diskussion der Spitzenkandidaten hauptsächlich um das Bauerneinkommen, den Einheitswert und die Sozialversicherungsbeiträge. Auch die längst fällige durchgehende Herkunftskennzeichnung bei den Lebensmitteln und Fragen der nationale Umsetzung der neuen EU-Agrarpolitik wurden ebenfalls thematisiert.

Dabei ließ der erst kürzlich durch den vorzeitigen Rückzug von Präs. Mößler zu Präsidentenehren gekommene Siegfried Huber (Mutterkuhhalter in Feldkirchen) mit der Ansage, dass die abgeschaffte Mutterkuhprämie keinesfalls wieder kommen werde, aufhorchen. Dafür erwarte er sich in der neuen GAP viel von der neuen Ausgleichszulage und der Weideprämie für Kärntens Bauern.

Der erste Vizepräsident Manfred Muhr (Biobauer, Ackerbau, Mutterkuhhaltung und Hühnermast in Moosburg) erinnerte u.a. an die rechtzeitigen Warnungen seiner Fraktion vor den üblen Auswirkungen der letzten Einheitswerterhöhung, welche der Bauernbund negiert hatte. Auch die Untätigkeit der herrschenden Agrarpolitik von Kärnten über Wien bis Brüssel in Sachen Preismisere im Schweinebereich kritisierte er.

Der Grüne Frontmann Reinhard Stückler (Biomilchbauer, Photovoltaik und Forstwirtschaft in St. Margarethen) brachte das Klimaschutz-Thema mit ein. Marjan Čik (Obmann Pferdezuchtverband, Landwirt und Futtermittelberater aus St. Kanzian am Klopeiner See) wiederum befürchtet u.a., dass angesichts der schlechten Einkommenslage die Almen zunehmend nicht mehr bewirtschaftet werden könnten.

Für Heimo Urbas (Mutterkuhhalter und Waldbauer in Eisentratten) – dieser kandidiert erstmals mit seiner Namensliste und in Kooperation mit dem UBV Österreich – stelle die LK gar keine eigenen Forderungen auf wie etwa die Gewerkschaften, die die Forderungen ihrer Basis - wie beispielsweise jene nach Lohnerhöhungen - offensiv vertreten. Ohne Ausgleich der Inflation durch öffentliche Gelder könne die bäuerliche Landwirtschaft einfach nicht überleben. Unterstützt wurde er in dieser Frage vom SPÖ-Bauer Franz Matschek (Ackerbauer in Haimburg), laut dem derzeit alle außer die Bauern verdienen würden.

36 Mandate werden vergeben

In der LK-Vollversammlung stellt der ÖVP-Bauernbund mit derzeit 18 der insgesamt 36 Sitze den LK-Präsidenten. Zweitstärkste Fraktion ist das Wahlbündnis der "Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft" mit neun Sitzen. Dahinter folgen die SPÖ-Bauern und die Gemeinschaft der (Süd)Kärntner Bauern mit jeweils vier Mandaten und die Grünen mit derzeit einem Kammerrat.

Stand: 18:30 Uhr


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