Die Natur ist kein Mistkübel!

Plastikflaschen, Metalldosen und Verpackungen werden oft aus dem Autofenster geworfen oder beim Gehen einfach fallen gelassen. Für Landwirte ist das "Littering" ein großes Problem. Der Müll auf Wiesen und Feldern entlang der Straßen behindert die Arbeit der Landwirte und kann die Tiere verletzen. Ein Pfandsystem für Einwegflaschen und Metalldosen könnte Abhilfe schaffen.

„Die Vermüllung der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist ein zunehmendes Problem für die Bäuerinnen und Bauern“, so OÖ Landesbäuerin Annemarie Brunner. (Bildquelle: OÖ Bauernbund )

Immer mehr Menschen werfen ihren Abfall (zum Beispiel leere Getränke-, Essens- oder Zigarettenverpackungen) dort weg, wo er gerade anfällt. Sei es auf dem Spaziergang durch die Natur oder beim Autofahren. Nicht nur die Weltmeere sind voller Müll. Auch in der Natur zu Hause wird achtlos weggeworfen. Für die heimische Landwirtschaft stellt der zunehmende Müllanfall vor allem entlang von viel befahrenen Straßen ein substanzielles Problem dar, erklärt Annemarie Brunner, Landesbäuerin und Kammerrätin der Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich.

Besonders Plastikflaschen und Metalldosen verunreinigen das Erntegut und gefährden die Tiere. Häufig sind die Bewirtschafter daher gezwungen, vor der Nutzung der Flächen händisch den Müll einzusammeln. Zeit ist Geld und Littering" ist somit ein zusätzlicher Kostenfaktor in der Produktion. Um den Anfall von Einwegverpackungen zu verringern und die Verschmutzung in der Natur einzudämmen, empfiehlt sich die Einführung eines Pfandsystems für Einwegflaschen und Metalldosen.

Pfandsystem kann helfen, Müll zu verringern

Die Vollversammlung der LK Oberösterreich hat bei ihrer Sitzung am 27. Juni einen entsprechenden Beschluss gefasst. Vorbild ist dabei Deutschland, das bereits seit einigen Jahren 25 Cent Pfand einhebt. Diese Maßnahme steht auch im Einklang mit den laufenden Bemühungen der EU, den Anfall von Plastikmüll durch das Verbot von Einwegartikeln zu reduzieren. Das geänderte Konsumverhalten spielt eine wesentliche Rolle bei der Zunahme des Litterings, denn wir entwickeln uns leider immer mehr in Richtung Wegwerfgesellschaft, so die Landesbäuerin. Neben einem Pfandsystem setzt Brunner auch auf Bewusstseinskampagnen, welche etwa durch die Abfallverbände oder auch die Gemeinden im Rahmen der Flurreinigungsaktionen vorangetrieben werden.

Lesen Sie auch den Kommentar von Bäuerin Natascha Leithe Weg mit Müll und Kot aus den Wiesen" in der aktuellen top agrar Österreich-Ausgabe 7/2018 auf Seite 8.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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