Donau Soja will mit ukrainischen Landwirten kooperieren

Für Donau Soja könnte die Ukraine künftig der wichtigste Soja-Lieferant werden, wenn sichere und zuverlässige Wertschöpfungsketten hergestellt werden. Derzeit plant Donau Soja eine Kooperation mit ukrainischen Landwirten und Unternehmen. Herausforderungen, wie der Mangel an qualitativ hochwertigem Saatgut und zu geringe Erwerbsmöglichkeiten von GVO-freiem Saatgut, müssen noch gelöst werden.

Sojabohnen

(Bildquelle: )

In der Ukraine wird doppelt so viel Soja angebaut als in der restlichen Donau Region. 2014 wurden 1,8 Mio. ha der grünen Bohnen angebaut, für 2015 wird die Gesamtfläche auf rund 2 Mio. ha geschätzt. Damit ist die Ukraine der größte Sojaproduzent in Europa. Das Land hat das Potenzial dazu, der wichtigste Handelspartner Westeuropas zu werden. Derzeit werden in Europa 5 Mio. Tonnen GVO-freier Soja benötigt, dies sind 15% des gesamten Sojabedarfs in Europa. Nur ein Drittel des Gesamtbedarfs, 1,5 bis 2 Mio. Tonnen, können zur Zeit von Europa selbst produziert werden. Die Hauptlieferanten sind Italien, Serbien, Österreich, Rumänien und Kroatien. Zeitgleich verpflichten sich immer mehr Einzelhändler in Deutschland, der Schweiz und Österreich dazu ihre Sojaversorgung auf nachhaltigen und regionalen Soja, beispielsweise Donau Soja, umzustellen. Matthias Krön, Obmann des Vereins Donau Soja erwarten für 2015 eine zertifizierte Donau Soja Menge von über 150.000 Tonnen. Speziell in den Bereichen Legehennen, Mastgeflügel und Mastschweinen werden beträchtliche Mengen Soja benötigt: alleine in Österreich werden 600.000 Tonnen benötigt,“ sagt Krön.

Ukraine muss Donau Soja Richtlinien einhalten

Der erste Schritt für den Aufbau von erfolgreichen Kooperationen zwischen ukrainischen Landwirten, Unternehmen und Donau Soja ist die Verbreitung und Information über und die Donau Soja Richtlinien. Die zwei Hauptpunkte, neben der Einhaltung von Arbeitsrechten, Pflanzenschutzregelungen und des Verbots des Anbaus in bestimmten Regionen, beispielsweise Naturschutzgebieten, sind die Gentechnikfreiheit und die Regionalität des Soja.  Die Versorgung mit sicherem Saatgut ist die Basis für GVO-freie Produktion. „Abgesehen vom Aufbau sicherer Wertschöpfungsketten, welche Trennung und Kontrollen inkludieren, wird ein Hauptfaktor die Versorgung mit GVO-freiem Saatgut sein. Wir arbeiten bereits mit ukrainischen Partnern zusammen und versorgen mehrere Unternehmen in den genannten Regionen mit GVO-freiem Saatgut. Natürlich treten manchmal immer noch Probleme auf, wir sind jedoch bemüht, 100% GVO-freien Soja zu fördern und uns somit ambitioniert auf die kommenden Jahre vorzubereiten,“ erklärt Felix Gohn, Geschäftsführer von Probstdorfer Saatzucht für die Ukraine.
 
Herausforderungen am ukrainischen Sojamarkt

Das österreichische Unternehmen Saatbau hat ebenfalls ein Büro in der Ukraine und sieht ähnliche Probleme. Yurii Nesterenko, kaufmännischer Leiter von Saatbau fasst die zwei Hauptprobleme des Sojabohnenmarkts zusammen. „Die zwei größten Herausforderungen für den Sojamarkt in der Ukraine sind qualitativ mangelhaftes Saatgut und die Möglichkeit des Erwerbs von GVO-freiem Saatgut in manchen Regionen der Ukraine. Wir können das erste Problem lösen, die Lösung des zweiten Problems erfordert jedoch sowohl die Zusammenarbeit aller Marktteilnehmer als auch die Unterstützung der ukrainischen Regierung.“ Aus diesem Grund musste Donau Soja die Ukraine in der höchsten Risikogruppe einstufen.

Weitere Herausforderungen, zum Beispiel Marktherausforderungen, können nur durch professionelle und langanhaltende Geschäftsbeziehungen zwischen Westeuropa und der Ukraine bewältigt werden. Donau Soja hofft darauf, sichere Lieferketten zu bilden, welche Vorteile für beide Seiten bringen. „Svarog ist dazu bereit, sicherer Produkte für den westeuropäischen und auch für den ukrainischen Markt zu liefern. Wir sind uns darüber bewusst, dass GVO-freie und regionale Produkte eine wichtige Rolle spielen. Wir sind erfreut, ein Teil dieses Projektes zu sein, und garantieren Konsumenten GVO-freie und europäische Produkte, wenn sie Eier, Geflügel oder Schweinefleisch mit dem „Gefüttert mit Donau Soja“ Label kaufen, welche in der Ukraine produziert wurden,“ betont Inna Meteleva, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, Svarog West Group Corporation.


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