Grüner Bericht

Einkommen aus den Wäldern sinkt weiter

Diese Woche wurde der Grüne Bericht über das Wirtschaftsjahr 2019 vom Ministerrat abgesegnet. Die darin penibel aufgelisteten Zahlen sind alarmierend. Besonders wegen der schlechten Holzpreise wird das Einkommen aus den Wäldern auch heuer weiter sinken.

Der Grüne Bericht 2020 legt die Einkommenssituation der Bauern im Wirtschaftsjahr 2019 schonungslos offen. (Bildquelle: screenshot)

Die Eckdaten bei den Bauerneinkommen des letzten Jahres sind schon länger bekannt, top agrar berichtete. Einkommensmäßig bewegten sich die Bauern auf dem Niveau von 2016. So müssen die Bauern in Österreich rein rechnerisch mit einem Monatslohn von nur noch 916 € klarkommen, kritisierte der UBV umgehend.

Darauf bei einer Gesprächsrunde mit Agrarjournalisten angesprochen, empfand Mag. Gernot Maier, Generalsekretär des Landwirtschaftsministeriums (BMLRT), die UBV-Rechnung als "grundsätzlich unseriös". Immerhin wurden 2019 "öffentliche Gelder von in Summe 2,15 Mrd. € an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet", so Maier. Das waren um 2,4% oder 51 Mio. € mehr als 2018. Zudem verwies er auch auf die vorgezogenen Maßnahmen zur Steuerentlastung.

Fast ein Fünftel weniger für Bergbauern

Gerade wegen der neuerlich gesunkenen Einkommen lohnt ein Blick auf einzelne Detailbereiche. So lagen etwa die agrarischen Einkünfte aller Bergbauernbetriebe 2019 mit durchschnittlich 22.657 €/Betrieb um 19% unter dem Durchschnitt aller Betriebe.

Gegenüber dem Vorjahr blieben die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt aller Betriebe gleich, wobei die Nicht-Bergbauernbetriebe einen Einkommensanstieg von 3% erzielten und die Bergbauernbetriebe ein Minus von 5% verzeichneten. Dies ist vor allem auch auf die sinkenden Erträge aus der Forstwirtschaft zurückzuführen.

Die Auswertung der Daten nach Betriebsformen zeigt, dass die Veredelungsbetriebe - vor allem durch den Anstieg des Schweinepreises – letztes Jahr die höchsten Zuwächse erzielten (+49%). Im Gegenzug dazu verzeichneten die Dauerkulturbetriebe mit 31% das stärkste Einkommensminus, bedingt durch enorme Preisrückgänge im Vergleich zum Vorjahr im Obstbau und durch Ertragseinbußen im Weinbau. Einkommensrückgänge wurden auch – trockenheitsbedingt – bei den Futterbaubetrieben verzeichnet, und die Forstwirtschaft wurde schwer durch den starken Borkenkäferbefall beeinträchtigt.

Positiver gestaltete sich die Entwicklung bei den Gemischtbetrieben (+9%) und Marktfruchtbetrieben (+4%), berichtet DI Franz Fensl, Bereichsleiter Agrarökonomie bei LBG Österreich, die die Ergebnisse der freiwillig buchführenden Betriebe alljährlich für den Grünen Bericht auswertet.

Holzpreisverfall wegen hoher Schadholzmengen

Nach Rekordwerten beim Schadholz 2018 waren letztes Jahr neuerlich Spitzenwerte aufgrund extremer Wetterereignisse und Borkenkäferkalamitäten zu beklagen. Der Holzeinschlag betrug rund 18,90 Mio. Erntefestmeter und lag damit um 1,5% unter dem Vorjahr und um 5,6% über dem zehnjährigen Durchschnitt. Die Preise der forstwirtschaftlichen Erzeugnisse lagen um 7,9% unter denen von 2018. Der forstliche Produktionswert ging daher um mehr als 10% zurück.

Für heuer geht das BMLRT mit weiteren Einkommensverlusten im Wald aus, so Maier. Wie die Einkünfte in den einzelnen Betriebszweigen 2020 wirklich aussehen, wird erst der nächste Grüne Bericht zeigen, so der BMLRT-General. Zudem müsse man auch die positiven Auswirkungen der von der Politik auf den Weg gebrachten Entlastungsmaßnahmen abwarten. Immerhin hätten die Land- und Forstwirte mit der Gewinnglättung nun ein brauchbares Instrument in der Hand, um wirtschaftliche Einbußen auf drei Kalenderjahre aufzuteilen.


Diskussionen zum Artikel

von Gerti Stangl

Bergbauernbetriebe

Bergbauernbetriebe müssten meiner Meinung nach viel mehr Unterstützung bekommen, bzw. ein Gehalt als Landschaftspfleger UND die Einnahmen aus dem Betrieb. Staatliche Unterstützung (also Geld, das vom Volk investiert wird) bekämen NUR Betriebe bei artgerechter Tierhaltung und ... mehr anzeigen

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen