Erste Unternehmen boykottieren Palm-Öl

Weil Palm-Öl in einer Studie als möglicherweise krebserregend identifiziert worden ist, hat Italiens größte Supermarktkette Coop begonnen, Palm-Öl in den eigenen Markenprodukten zu boykottieren. Auch der Lebensmittelkonzern Barilla soll ebenfalls bereits reagiert und seine Rezepturen umgestellt haben. Das meldet heute media.de.

Leo Steinbichler kritisiert schon lange den Einsatz von Palm-Öl von in Österreich verkauften Produkten. Vor ihm eine Auswahl von Lebensmitteln, in denen Palmöl statt Butterfett verarbeitet ist. Foto: Altmann (Bildquelle: )

Das umstrittene Öl zählt zu den wichtigsten Rohstoffen in der Verarbeitung von Nahrung und ist in Backwaren genauso enthalten wie in Eiscreme, Margarine oder auch in Haushaltswaren und Kosmetik. Für die dahinterstehenden Konzerne heißt es also nun mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Rezepturen und Herstellungsverfahren geändert werden müssen, heißt es weiter.
 
Palm-Öl habe ohnehin ein nicht wirklich positives Image: Der Schmierstoff gerät immer wieder in die Kritik, weil die Industrie für dessen Herstellung zahlreiche Quadratkilometer Tropenwälder rodet.
 
Nur der Ferrero-Konzern gehe genau den umgehrten Weg. Der Süßwaren-Produzent nutzt Palm-Öl in großen Mengen für den Brotaufstrich Nutella. Die neusten Entwicklungen sollen aber an der Rezeptur nichts ändern. „Wenn wir Nutella ohne Palmöl herstellen würden, würden wir einen schlechteren Ersatz für das echte Produkt produzieren, das wäre ein Schritt zurück“, sagte Ferrero-Einkaufsleiter Vincenzo Tapella der Nachrichtenagentur Reuters.

Statt Geld in die Suche nach Alternativen zu stecken, pumpe Ferrero lieber Millionen von Euro ins Marketing. In Fernsehspots wirbt das italienische Unternehmen laut media.de für Palm-Öl und versichert, dass das vom Konzern verwendete Produkt sicher sei,  „weil es aus frisch gepressten Früchten gewonnen und bei kontrollierten Temperaturen verarbeitet wird“.

Zudem setze man bei der Produktion auf ein Verfahren mit niedrigeren Temperaturen, damit das Öl keine krebserregenden Stoffe entwickelt. Die Strategie dahinter sei womöglich, sich die Umstellung auf ein anderes Öl zu sparen. Denn die Tonnen-Preise für Ersatz-Öle wie Sonnenblumen- oder Raps-Öl liegen 45 bis 120 Dollar über dem Palm-Öl-Preis.
 

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Torsten Altmann

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"Das 'S' auf S-Budget-Butter sollte für Solidarität stehen"

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