Nationale GAP-Umsetzung

Es geht nicht nur um Bio

Die diesjährige Bio-Enquete widmete sich Fragen der Bildung, Beratung und Forschung. Zudem wurde über die neue ÖPUL-Biomaßnahme und die Zukunft der Biolandwirtschaft in Österreich diskutiert. Das gesamte GAP-Paket indes ist noch nicht fertig.

"Österreich ist das Bio-Land Nummer 1, das beweisen die Zahlen für das Jahr 2020: Rund 24.500 Bio-Betriebe, das sind rund 23% aller Betriebe beziehungsweise 26% der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Im Ackerbau liegt der Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche bei einem Fünftel, im Weinbau sind es 16% und im Obstbau sogar 37%. Viele Länder beneiden uns um diese Erfolgsgeschichte", stellte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im Vorlauf zur gestrigen Bio-Enquete fest. Diese fand aufgrund der verschärften Corona-Beschränkungen als Hybrid-Event (Präsenzveranstaltung mit Online-Übertragung) in der Zentrale der "Ernährungsagentur" AGES in Wien statt.

Neues ÖPUL als Modulsystem

Vor allem die Maßnahmen im Agrarumweltprogramm ÖPUL trugen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wesentlich zu dieser Entwicklung bei, argumentiert das Landwirtschaftsministerium (BMLRT). Die Bio-Landwirtschaft werde jährlich mit rund 500 Mio. € unterstützt. Auch auf europäischer Ebene rücke die Bio-Landwirtschaft verstärkt in den Fokus, wie die Vorlage des EU-Bio-Aktionsplans im März 2021 samt ambitionierter Zielsetzung zeige. Der österreichische Weg zielt auf mehr Klima- und Umweltschutz ab, im Gegenzug soll es dafür mehr Unterstützung und eine eigenständige Bio-Maßnahme geben.

Ergänzt wird die Biomaßnahme durch das geplante neue Modulsystem. Laut BMLRT bedeutet dies, dass jeder zusätzliche Blühstreifen, jede zusätzliche Brachfläche, jeder zusätzliche Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, jede zusätzliche Weidefläche und die Haltung gefährdeter landwirtschaftliche Nutztierrassen finanziell unterstützt...