Wegen Verzögerung im Genehmigungsprozess

EU könnte aktuelle Glyphosat-Zulassung um ein Jahr verlängern

Die Zulassung von Glyphosat läuft Ende 2022 aus. Wegen eines verzögerten Verfahrens zur Wiederzulassung schließt die EU-Kommission eine temporäre Verlängerung der aktuellen Zulassung nicht aus.

Weil sich das EU-Verfahren zur Neuzulassung von Glyphosat verzögert, könnte die EU-Kommission die bestehende EU-Zulassung des Herbizids verlängern. Das bestätigte eine Sprecherin der EU-Kommission gegenüber top agrar.

Die aktuelle Zulassung von Glyphosat läuft eigentlich am 15. Dezember 2022 aus. Am Dienstag gaben die zuständigen EU-Bewertungsbehörden allerdings bekannt, dass sie mehr Zeit für das Verfahren zur Neuzulassung von Glyphosat benötigen. Das Verfahren verzögert sich nun bis weit ins Jahr 2023.

EU-Kommission: Befristete Verlängerung unter Vorbehalt möglich.

Im Raum steht eine temporäre Verlängerung der aktuellen Zulassung des Herbizids. Auf top agrar-Nachfrage stellte eine Sprecherin der EU-Kommission klar: Eine befristete Verlängerung der Glyphosat-Zulassung hänge davon ab, ob die EU-Bewertungsbehörden während des Prüfungsverfahrens bereits Anzeichen dafür finden, dass die Zulassungskriterien nicht mehr erfüllt sein könnten.

„Sollten sich während der laufenden Arbeiten keine derartigen Anhaltspunkte ergeben, wird die Kommission die befristete Verlängerung der derzeitigen Zulassung vorschlagen“, erklärte die Kommissionssprecherin.

Bernhuber: Verlängerung für ein Jahr

Von einem solchen Szenario geht auch der österreichische EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber aus. In einer Pressemitteilung erklärte er, er halte eine Verlängerung um ein Jahr für möglich.

Kritik an der EFSA

Das europäische Pestizid Aktionsnetzwerk (PAN) sieht eine mögliche befristete Verlängerung der aktuellen Glyphosat-Zulassung kritisch. Auf der Internetseite des Netzwerks heißt es: "PAN Eropa verurteilt das Missmanagement der EFSA und lehnt jegliche Verlängerungen der Glyphosat-Zulassung ab.“


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