EU-Milchanlieferung 1,1 % unter Vorjahresmenge

Die Milchanlieferungen fielen von Jänner bis Mai 2017 in der EU um 1,1% oder 700.000 t geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung verlief in den einzelnen Mitgliedsländern allerdings sehr unterschiedlich, berichtete die EU-Kommission im Rahmen des jüngsten Treffens der Beobachtungsstelle für den Milchmarkt.

Käse

Bei Käse geht die EU bei einem steigenden Bedarf von stabilen Preisen aus. (Bildquelle: Archiv )

Für das Gesamtjahr 2017 wird in der EU ein Anstieg der Anlieferungen um 0,7% erwartet.
Die globale Milchproduktion sank in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 0,25%, wobei sich vor allem der Rückgang in der EU bemerkbar machte. Australien und Neuseeland beendeten ihr Milchjahr 2016/17 mit insgesamt geringeren Anlieferungen, erwarten allerdings für die neue (im Juni beziehungsweise Juli beginnende) Saison um 2 bis 3% höhere Milchmengen. In den USA hat sich das Wachstum in der Anlieferung etwas eingebremst, dennoch wird für das 2. Halbjahr 2017 ein Plus von 1,5% erwartet.

Die durchschnittlichen Erzeugerpreise stiegen im Mai 2017 in der EU auf 32,9 Cent netto je kg Rohmilch und übertrafen damit das Vorjahresniveau um 25%. Erste Schätzungen für Juni belaufen sich auf einen Mittelwert von 33,1 Cent.

Die Preise auf den europäischen Spotmilch-Märkten tendierten zuletzt unterschiedlich. In Italien (Lodi) kam es Mitte Juli (nach einem steilen Anstieg in den Vorwochen) zu einer Stabilisierung bei 43,3 Cent/kg. In den Niederlanden setzte sich der Rückgang fort, der Spotpreis sank auf 38 Cent - im Juni waren noch rund 40 Cent verzeichnet worden.

Butterpreise in Rekordhöhe

Mit Ausnahme von Magermilchpulver und Molkenpulver konnten in den vergangenen Wochen in der EU die Preise für alle anderen Milchbasisprodukte zulegen. Bemerkenswert ist dabei die gegensätzliche Entwicklung der Notierungen für die Fett- und Eiweißkomponente: Während bei Butter neue Rekordpreise von 575 Euro je 100 kg verzeichnet wurden, sackten die Kurse für Magermilchpulver innerhalb von vier Wochen um 9% auf 182 Euro je 100 kg ab. Bei Käse befinden sich die Notierungen auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Diese Markttendenzen machen - zusammen mit dem starken Eurokurs - Molkereiprodukte aus der EU gegenüber jenen aus Ozeanien und den USA weniger wettbewerbsfähig.

Hohe Lagerbestände bei Magermilchpulver

Die Interventionslager an Magermilchpulver sind im Laufe des Frühjahrs weiter angewachsen. Im April und Mai wurden rund 7.900 t übernommen, damit stieg die Gesamtmenge in den öffentlichen Lagern auf 357.500 t. Ausgelagert wurden seit Ende 2016 nämlich nur 140 t. Die privaten Lagerbestände an Magermilchpulver befinden sich mit rund 37.600 t auf einem normalen Niveau. Auf der anderen Seite sind die Interventionslager bei Butter leer und im Rahmen der privaten Lagerhaltung sind die Bestände bis Ende Mai auf 1.369 t geschrumpft. Die Knappheit im Butterbereich ist Realität, stellt die Kommission fest, bis Jahresende werde das Defizit in diesem Bereich rund 60.000 t betragen. Die EU-Gesamtproduktion an Butter dürfte heuer (auch wegen des geringeren Fettgehalts der Milch) um 3% sinken. Bei Käse finde zwar ein Aufbau von Lagermengen statt, der Bedarf sei allerdings gestiegen, sodass man hier von stabilen Preisen ausgehe.

China bleibt wichtiger Abnehmer der EU

Die globalen Exporte von Milchprodukten verzeichneten im Mai 2017 einen weiteren Anstieg. China erwies sich einmal mehr als wertmäßig größter Abnehmer von Molkereierzeugnissen aus der EU, gefolgt von den USA und und Saudi Arabien. Bei Magermilchpulver wurde eine Steigerung der weltweiten Ausfuhren gemeldet, diese positive Entwicklung könnte allerdings durch zurückhaltende Käufer, die auf tiefere Preise warten, gebremst werden, so die Kommission. Bei Butter dürfte sich die knappe Verfügbarkeit am Weltmarkt in den kommenden Monaten nicht ändern. Die Käseexporte stiegen aufgrund der anhaltend guten globalen Nachfrage von Jänner bis Mai um 6%.

Neuseeland blieb im Zeitraum Jänner bis Mai 2017 der weltweit größte Exporteur von Vollmilchpulver, die Menge lag mit 568.000 t um 1% unter dem Vorjahresniveau. Auch bei Butter und wasserfreiem Milchfett lag Neuseeland mit 184.000 t in Führung, während die EU klarer Sieger im Ranking der bedeutendsten Käseexporteure war, die Ausfuhren konnten um 8% auf 348.000 t gesteigert werden. Auch bei Magermilchpulver waren die EU-Produzenten die größten Lieferanten am Weltmarkt (339.000 t, +26%). China war im Berichtszeitraum Jänner bis Mai 2017 der führende Importeur von Vollmilchpulver (254.000 t, -5%), Magermilchpulver (111.000 t, +12%) sowie von Butter und wasserfreiem Milchfett (38.000 t, +2%). Im Käsebereich war Japan mit 110.000 t (+3%) der weltweit größte Abnehmer.

-AIZ-


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen