EU-Prüfer kritisiert "Almenchaos"

Bei der Präsentation des jährlichen Rechenschaftsberichts griff Österreichs Vertreter beim EU-Rechnungshof Ministerium und AMA wegen des seit Jahren schwelenden Konflikts um die Almen erneut scharf an. Die Angegriffenen wehren sich.

Als "Dauerbrenner" bezeichnete Oskar Herics Österreichs langjährige Almprobleme.- (Bildquelle: EU-RH)

Österreich drohen wieder Millionen-Rückzahlungen wegen des Almenstreits, bekräftige Oskar Herics, Österreichs Vertreter im EU-Rechnungshof. Sogar von einem "systemischen Versagen der Republik Österreich" sprach er gegenüber dem ORF-Radio.

Immer wieder werden Almwiesen und Hutweiden in den Förderanträgen größer ausgewiesen, als sie tatsächlich sind, haben die EU-Kontrolleure demnach festgestellt. In einem Fall sei auch ein Bergsee zu einer Almwiese gezählt worden.

Das zu viel überwiesene Geld müsse dann nach Brüssel zurücküberwiesen werden. Allerdings kämmen dafür die Steuerzahler auf und nicht der einzelne Bauer, so Herics weiters. Daher wurden 2018 von der EU-Kommission auch 9,4 Mio. € an ausgezahlten Förderungen von Österreich zurückverlangt.

BMNT und AMA gegen Herics-Aussagen

Während das BMNT darauf verwies, dass Österreich zu den Ländern mit den geringsten Rückzahlungen gehöre, schoss AMA-Vorstandschef Günter Grießmayr im ORF-Radio scharf zurück.

Demnach würde Herics das Thema Almen jedes Jahr erneut aufwärmen. Auch stimmen die Vwürfe so nicht. Zwar gibt es mit Brüssel Auffassungsunterschiede, was eine Alm ist. Doch im noch laufenden Verfahren werde sich Österreich seine Interpretation, was traditionelle Almbewirtschaftung ist, sicherlich nicht wegnehmen lassen.

Auch stimme es nicht, dass für allfällige Fehler bei den Flächenberechnungen generell der Steuerzahler hafte, klärte Grießmayr auf. Vielmehr werde dies von Fall zu Fall entschieden. Wenn etwa der Fehler vom Landwirt gemacht wurde, zahle dieser.

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

Schreiben Sie Leopold Th. Spanring eine Nachricht

Eine Köchin will Agrarministerin werden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen