EU-Saatgut-Verordnung: Neuer Vorschlag bringt Ausnahmen für Kleinbetriebe

Einen abgeänderten Vorschlag für die neue Saatgutverordnung legte nun die EU-Kommission vor. Ausnahmen gibt es für Hobbygärtner und Kleinbetriebe. Alte Sorten müssen trotzdem registriert werden.

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Allerdings sollten die Hürden für die Vermarktung von alten Sorten keinesfalls höher als bisher gehängt werden, stellte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg klar. Im Vorfeld zu seinem Vorschlag sei in der Öffentlichkeit einiges falsch verstanden worden. So ginge es bei der Registrierung nur um die kommerzielle Vermarktung und nicht um Hobbygärtner. Für Erhaltungssorten gebe es mildere Anforderungen als für sonstiges Saatgut und außerdem entfielen die Tests, erklärte der Kommissar. Die Neuerungen sehen vor, dass kleine Mengen von Unternehmen als Nischenprodukte" vermarktet werden dürfen. Diese Unternehmen dürfen aber die Grenze von maximal zehn Beschäftigten und 2 Mio. € Jahresumsatz nicht überschreiten. Damit fallen diese Betriebe nicht unter die Registrierungspflicht.

Neuer Vorschlag ruft unterschiedliche Reaktionen hervor

„Der Tausch und Verkauf von alten und seltenen Saatgutsorten muss auch weiterhin frei erfolgen können“, äußerten sich ÖVP-Agrarsprecherin Elisabeth Köstinger in der heutigen Ausgabe des Kurier vorsichtig zu dem Ergebnis. In die selbe Kerbe schlägt auch der grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber. Er betont, dass das Recht Saatgut zu tauschen noch nicht gewährleistet sei. Die Umweltorganisation Global 2000 kritisiert in dem Beitrag, dass noch nicht klar sei ob der Austausch zwischen Hobbygärtnern nur als Geschenk erfolgen dürfe oder ob eine Aufwandsentschädigung möglich sei. Laut Kurier rechnet man in Brüssel damit, dass die Verordnung in frühestens drei Jahren beschlossen wird.

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Weninger Lukas

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