Geflügelhaltung

EU-weites Käfigverbot nicht vor 2027

Beim ersten EU-Agrarministerrat unter slowenischem Vorsitz ging es vor allem um Tierschutzfragen. Neben dem Kükentöten waren die Käfighaltung bei den Legehennen und fehlende Regelungen bei den Puten Thema.

Der dieswöchige Agrarministerrat stand ganz im Zeichen des Tierschutzes. Die EU-Agrarminister fassten allerdings keine Entscheidungen.

In der Diskussion sprach sich nur eine knappe Mehrheit für die EU-weite Abschaffung von Käfigen in der Legehennenhaltung aus. Widerstand kam vor allem aus den baltischen Ländern sowie aus Ungarn, Kroatien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien. Die Minister zahlreicher osteuropäischer EU-Mitgliedstaaten argumentierten mit den Kosten und Wettbewerbsnachteilen für die Geflügelhalter. Das Mindeste sei eine lange Übergangszeit und ein finanzieller Ausgleich für die Landwirte, so deren Forderungen.

Bereits vor 1,5 Monaten hatte sich das EU-Parlamen mit überwältigender Mehrheit für ein Verbot nach einer angemessenen Übergangsfrist und nach einer soliden wissenschaftlichen Folgenabschätzung ausgesprochen. Bis spätestens 2017 wollen die EU-Abgeordneten dasEU-weites Käfigverbot umgesetzt sehen.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte Anhörungen der Geflügelbranche und Folgenabschätzungen zu. 2023 will die EU-Kommission dann einen Vorschlag zum Auslaufen der Käfige vorlegen.

EU-weite Regeln für die Putenhaltung fehlen

Weitgehend einig waren sich die Minister auch über eine Verbesserung des Tierschutzes in der Putenhaltung, die bisher noch nicht europaweit geregelt ist. Österreich drängt seit Längerem auf Mindeststandards in der EU und verwies auf eine wissenschaftliche Studie über die Besatzdichte, den Einstreu und das Raumklima in der Putenhaltung.

Die EU-Kommission will die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) mit weiteren Untersuchungen beauftragen und auf dieser Grundlage die Putenhaltung in die Überarbeitung der EU-Tierschutzrichtlinie im Jahr 2023 einbeziehen.

Kükentöten: Erste Verbote schon 2022

Frankreich und Deutschland fordern ein europaweites Verbot und setzten den Punkt auf die Tagesordnung des Rates. Kyriakides lehnt das Kükentöten ebenfalls ab. Sie sagte eine Folgenabschätzung und eine Untersuchung über alternative Methoden zu. Ein Verbot soll es dann im Rahmen einer generellen Überarbeitung der EU-Tierschutzrichtlinie im Jahr 2023 geben.

Deutschland wird bereits ab 1. Jänner 2022 das Kükentöten verbieten. In Paris ist ein solches gesetzliches Verbot in Vorbereitung.