Resolution vor Abstimmung

Europaparlament fordert erstmals Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren gegen Wölfe

Erstmals in der Geschichte wird in der Plenartagung nächste Woche über konkrete Schritte zum Schutz der heimischen Landwirtschaft gegen den Wolf abstimmt. Österreichische EU-Parlamentarier hoffen jetzt endlich auf praxistaugliche Lösungen.

Die Ausbreitung des Wolfs hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Die Schäden für die heimische Alm- und Weidewirtschaft wachsen im Gleichschritt mit der Wolfspopulation. "Diese Bedrohung für die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft und den gesamten ländlichen Raum erfordert ein entschlossenes politisches Handeln", sagen Simone Schmiedtbauer, ÖVP-Landwirtschaftssprecherin im Europaparlament und Alexander Bernhuber, ÖVP-Umweltsprecher im Europaparlament.

"Im Europaparlament ist es jetzt so weit. Erstmals in der Geschichte wird in der Plenartagung nächste Woche über konkrete Schritte zum Schutz der heimischen Landwirtschaft gegen den Wolf abstimmt. Damit fordern wir die EU-Kommission auf, zu handeln. Sie ist jetzt am Zug. Ein so starkes Signal aus dem Europaparlament darf nicht einfach ignoriert werden", Schmiedtbauer und Bernhuber weiter.

Historischer Schritt des Europaparlamentes

"Es ist ein historischer Schritt, dass das Europaparlament die Anliegen der ländlichen Bevölkerung und der heimischen Landwirtschaft auf die Tagesordnung setzt, um sich für die Nutztierhaltung und gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Großraubtieren auszusprechen. Jetzt kommt auf Brüsseler Ebene Bewegung in die Sache", freut sich Schmiedtbauer.

"Mit dem Forderungskatalog, den wir noch im November im Europaparlament beschließen wollen, bekommt das Wolfsproblem endlich die Aufmerksamkeit, die es verdient. Für mich ist klar: Die Menschen am Land sind keine Bürgerinnen und Bürger "zweiter Klasse" und ihre Bedürfnisse müssen ernst genommen werden. Das menschliche und tierische Leid, das durch Wolfsattacken verursacht wird, muss gestoppt werden. Ich erwarte mir konkrete Schritte der EU-Kommission noch in dieser Legislaturperiode, vor 2024", sagt Schmiedtbauer, die Mitbegründerin der überparteilichen Arbeitsgruppe Wolf im Europaparlament ist.

"Aussterbende Art" entspricht einfach nicht mehr der Realität

Bernhuber, der für die Europäische Volkspartei die Parlamentsposition mitverhandelt, stellt fest: "Europas Wolfspopulation wächst kontinuierlich. Hier noch von einer aussterbenden Art zu reden, entspricht einfach nicht mehr der Realität."

In Richtung EU-Kommission fügt Bernhuber hinzu: "Die Europäische Kommission muss endlich die Sorgen von Europas Landwirtinnen und Landwirten ernst nehmen und mit aberwitzigen Vorschlägen wie Hirtenhunden und Weidezäunen aufhören. Diese sind schlichtweg nicht leistbar und in vielen Regionen nicht umsetzbar. Wir fordern praxistaugliche Lösungen und einen vernünftigen Zugang. Die Kommission darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen."

Das Wichtigste zum Thema Österreich freitags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.