Feuerbrand: Entschädigung für Vorarlbergs Obstbauern

Finanzielle Unterstützung erhalten jetzt vom Feuerbrand betroffene Obstbauern in Vorarlberg: Als Entschädigung für die Rodung und Nachpflanzung im Erwerbsobstbau gibt es für den Ausschnitt befallener Anlagen zwischen 1.000 und 3.000 €/ha, bei Rodung ohne Nachpflanzung 11.400 und bei Rodung mit Nachpflanzung 30.400 €/ha. Das teilt die Landesregierung mit.

Unterstützung leiste das Land auch durch die Teilung der anfallenden Kosten für das Ausschneiden und Roden von Hochstämmen im Streuobstbau zwischen Gemeinden und Land. Weiters gebe es eine Finanzierung der im Streuobstbau nachgepflanzten Obstbäume aus Landesmitteln. Im Vorjahr wurden ca. 6.000 Obstbäume nachgepflanzt, was in etwa der Gesamtzahl an gerodeten Bäumen entspreche.Der Feuerbrand hat den Streuobst- sowie den Erwerbsobstbau heuer besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Da sich die extreme Befallssituation im ganzen Bodenseeraum vergleichbar darstellt, ist es ein wichtiges Ziel, gemeinsam die Entwicklung von Bekämpfungsmethoden bzw die Erforschung wirksamer Mittel gegen den Feuerbrand voranzutreiben, betonten Landesrat Erich Schwärzler und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger im Anschluss an ein Treffen von Fachleuten aus Wissenschaft und Verwaltung im Landhaus in Bregenz.Die Experten waren sich einig, dass eine länderübergreifende Strategie in Forschung und Praxis zur Bekämpfung des Feuerbrandes notwendig ist. Österreich, Vorarlberg, Bayern, Baden-Württemberg, die Schweiz und Liechtenstein wollen ein gemeinsames Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, das Grundlagenforschung, Laborversuche und Feldversuche umfasst. Weiters soll die Erforschung von Feuerbrand-resistenten Obstsorten forciert werden. Zudem soll in Österreich ein mehrjähriges Feuerbrand-Bekämpfungsprogramm mit wissenschaftlicher Begleitung durch die AGES erarbeitet werden.Für heuer gilt laut Landesregierung: Retten, was zu retten ist, roden, was unbedingt notwendig ist und ausschneiden, soviel wie möglich. Nach aktuellem Kenntnisstand existiert nach Aussage der Landesregierung außer dem antibiotischen Pflanzenschutzmittel Strepto(R) derzeit kein Präparat, um das Feuerbrand-Bakterium und seine Verbreitung nachhaltig zu bekämpfen. In den Jahren 2005 und 2006 erfolgte in einigen Anlagen in den Gemeinden Gaißau, Höchst und Hard ausnahmsweise, über eine Gefahr-im-Verzug-Zulassung des Bundes, der streng kontrollierte Einsatz von Strepto(R). Dort wurde ein gewisser Sanierungseffekt erzielt.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen