BRAMBURI / top agrar - Fachabend

„A Ruah mit dem Profilieren auf Kosten der Bauern!“ Premium

Die Kaiserrast in Stockerau platzte aus allen Nähten: Fast 600 Landwirte und Landwirtinnen kamen zum Diskussionsabend „Bienenschutz und EU-Agrarpolitik 2021“. Die gemeinsamen Veranstalter, Fa. Bramburi und top agrar Österreich, hatten ein breites Angebot an Fachinfos auf die Beine gestellt. Die Bauern konnten sich mit Experten und Kandidaten zur EU-Wahl austauschen.

Ein zum Bersten voller Saal! Fast 600 Bauern und Bäuerinnen nahmen am Fachabend samt Politikerdiskussion teil. (Bildquelle: Spanring)

Der Titel „Gute Biene, böser Bauer – diktiert die Biene die Agrarpolitik?“ verhieß einen spannenden Abend mit kontroversiellen Standpunkten. Doch die Meinung der referierenden Experten sowie des Publikums war letztlich eindeutig: Biene und Bauer schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil – beide brauchen sich gegenseitig. Imker und Landwirte sind zudem nicht nur im ständigen Dialog, sondern packen das Thema Bienenschutz schon lange gemeinsam an. Allerdings benötigt die Landwirtschaft dringend Hilfe, um dem enormen Schädlingsdruck Herr zu werden und ihre Höfe auch wirtschaftlich über die Runden zu bringen.

Die Fachexperten und Referenten des Abends mit Moderator Karl Eder von der Bramburi Vertriebsges.mbH. am Rednerpult. (Bildquelle: Spanring)

Stimmungsmache ohne Fachkenntnis

In der öffentlichen Diskussion werden als größte Gefahr für die Bienen und auch andere bestäubende Insekten gewisse Pflanzenschutzmittel angeprangert. Ein Verdacht, der durch die Fakten widerlegt werden kann. So werden nicht nur jene Pflanzenschutzmittel, die mittels Notfallzulassung und nur unter strengen Auflagen eingesetzt werden dürfen, von den Bauern mit größter Sorgfalt und nur im absolut notwendigen Maß ausgebracht. Viele außerlandwirtschaftliche Leute sprechen über die und in der Thematik, ohne über genaue Kenntnis der tatsächlichen Faktenlage zu verfügen.

So ist bei manchen agrarischen Kulturen der Schädlingsdruck mittlerweile gewaltig. Die Bekämpfungsmöglichkeiten sind gesetzlich aber derart eingeschränkt, dass die Landwirte keinen gangbaren Ausweg erkennen können.

Bauer sein wird also immer schwieriger, die Auflagen in der Produktion steigen, die Erträge sinken. Zudem werde man noch als Bienenmörder verunglimpft. Eine auch emotional schwierige Gemengelage für die nach der guten landwirtschaftlichen Praxis wirtschaftenden Bauern.

Initiativen aus der Praxis

Allerdings gibt es bereits viele erfolgreiche Initiativen, den Bienen den Lebensraum zu erhalten bzw. wieder zurückzugeben. Projekte, die in den Augen der Bauernschaft von der Öffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt werden.

So berichtete etwa Pflanzenbauberater Hubert Köppl von der LK-OÖ über die diesbezüglichen Erfahrungen und Projekte aus Oberösterreich. Landwirt Lorenz Mayr aus Korneuburg wiederum stellte seinen Zugang zum Thema sowie die von ihm auf seinen Äckern ergriffenen Maßnahmen vor. „Dass wir Bauern den Bienen wieder Heimat geben, müsse in der öffentlichen Wahrnehmung viel stärker ankommen“, zeigte sich Mayr überzeugt.

Landwirt Lorenz Mayr brachte Beispiele zum Bienenschutz aus seinem Betrieb. (Bildquelle: Altmann)

Frage der Notfallzulassungen

Gar nicht zufrieden mit dem verbotenen Einsatz gewisser Pflanzenschutzmittel zeigte sich der Präsident der Rübenbauern, Ernst Karpfinger. Für ihn bestehe ohnedies kein Zusammenhang zwischen dem beobachteten Insektenrückgang und der Zuckerrübe. Denn die Rübe blühe gar nicht. Die lebenswichtigen Mittel für die Sicherstellung gesunder Rüben könne so die Bienen und andere Insekten bei deren Nektarsuche weder vergiften noch gefährden. Zudem bedeute der notwendige Einsatz von Neonics vielmehr puren Insektenschutz. Denn mit diesem könne zielgerichtet und punktuell gegen Schädlinge vorgegangen werden. Somit bleiben 98 % der Flächen frei von Pflanzenschutzmitteln.

Für Rübenbauer-Chef Ernst Karpfinger siegte in der Bienendiskussion die Angstverbreitung über die Vernunft. (Bildquelle: Altmann)

Seiner ...

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Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

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