Goldgelbe Vergilbungskrankheit im steirischen Weinbau

Im steirischen Weinbau ist erstmals die "Goldgelbe Vergilbungskrankheit" festgestellt worden. Überträger ist die Amerikanische Rebzikade, teilt die steirische Landwirtschaftskammer mit.

Konkret sind in der Steiermark fünf Weinbaubetriebe betroffen. Gerodet werden muss ein Weingarten im Ausmaß von einem Drittel Hektar sowie einzelne Weinstöcke in den Anlagen der anderen vier Besitzer. Abhängig von der Befallsintensität müssen nämlich einzelne Weinstöcke oder ganze Weingärten gerodet werden. Die Goldgelbe Vergilbungskrankheit" ist eine meldepflichtige Quarantäne-Krankheit.

Rebzikade im Herbst/Winter inaktiv

Da im Herbst/Winter von der Rebzikade keine Gefahren ausgehen, werden vom Land Steiermark Bekämpfungsmaßnahmen vorbereitet, die im Frühjahr umgesetzt werden müssen. So wird im Frühjahr, wenn die Reben wieder austreiben, im Umkreis von mindestens einem Kilometer um die befallenen Weinanlagen eine Befallszone und im Umkreis von fünf Kilometern eine Pufferzone eingerichtet. In der Befalls- und Pufferzone müssen dann die vom Land Steiermark verordneten Maßnahmen umgesetzt werden. Die Amerikanische Rebzikade als Überträger der Goldgelben Vergilbungskrankheit" wurde erstmals 2004 in der Steiermark beobachtet. Der Quarantäne-Schädling Goldgelbe Vergilbungskrankheit" wurde aber bis vor kurzem weder auf Weinreben noch in Amerikanischen Rebzikaden gefunden. Da die Quarantäne-Krankheit Goldgelbe Vergilbungskrankheit" im benachbarten Slowenien nachgewiesen wurde und der ständige Zuflug von Amerikanischen Rebzikaden aus dem Südosten beobachtet wurde, hat die steirische Landesregierung bereits 2009 eine Bekämpfungsverordnung erlassen. Die Weingartenbesitzer wurden dabei verpflichtet, Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Amerikanische Rebzikade zu setzen, um das Auftreten der Goldgelben Vergilbungskrankheit" zu verhindern oder zu minimieren. Darüber führten sie auch verpflichtend detaillierte Aufzeichnungen. Gleichzeitig kontrollierte die Fachabteilung Landwirtschaftliches Versuchszentrum die Weinbaubetriebe auf Einhaltung dieser Maßnahmen.

Befallene Stöcke sterben letztlich ab

Die Amerikanische Rebzikade wurde in den 1950er Jahren von Amerika nach  Frankreich eingeschleppt. Seither verbreitet sie sich europaweit. Die Rebzikade fliegt von Rebe zu Rebe und kann von Rebstöcken, die mit der Goldgelben  Vergilbungskrankheit" infiziert sind, diese Quarantäne-Krankheit weiterverbreiten. Bei Weißweinsorten verfärben sich die Blätter goldgelb, bei Rotweinsorten dunkelrot. Und: Die Blätter rollen sich nach unten ein, die Trauben welken, die Triebe bleiben grün und sind gummiartig elastisch. Die Blätter bleiben sogar nach einem Frost auf den Rebstöcken. Befallene Weinstöcke sterben schließlich ab.


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