Heimische Agrarexporte im Aufwind

Österreich hat vergangenes Jahr 11,11 Mrd. Euro mit dem Export von Lebensmitteln und Agrarwaren umgesetzt. Das ist ein Plus von 7% gegenüber 2016. Alkoholfreie Getränke (darunter Redbull), Fleisch- und Milchprodukte sind dabei die Exportschlager.

11% der Milch- und Milchprodukte werden exportiert. Vor allem Käse aus Österreich ist in Deutschland beliebt. (Bildquelle: dmk )

Die Ausfuhren stiegen mit knapp 7% gegenüber dem Vorjahr so stark wie schon lange nicht mehr. Insgesamt wurden Lebensmittel und Agrarwaren im Wert von 11,11 Mrd. Euro exportiert. 2017 standen den Ausfuhren wertmäßige Importe von 12 Mrd. Euro gegenüber. Das Außenhandelsdefizit verringerte sich damit auf knapp 900 Mio. Euro und ist so gering wie seit Jahren nicht mehr.

Alkoholfreie Getränke auf Platz 1

Die wichtigsten Produktgruppen im Agrarexport sind alkoholfreie Getränke (18%), Fleisch und Fleischzubereitungen (14%) sowie Milch und Milchprodukte (11%). Frisches und zubereitetes Obst und Gemüse sowie Backwaren nehmen jeweils rund 9% im Produkt-Ranking ein.

Seit Österreichs EU-Beitritt konnten vor allem die Ausfuhren von Milchprodukten enorm gesteigert werden, um 544%. Besonders gut entwickelt haben sich auch die Exporte von Schweine- und Rindfleisch sowie Fleischzubereitungen. Veredeltes Obst und Gemüse wie Marmeladen, spielen traditionell eine wichtige Rolle im Lebensmittelexport.

Schwerpunkt Europa und USA

Mehr als ein Drittel der weltweiten agrarischen Exporte Österreichs geht nach Deutschland. Italien steht mit knapp 1,3 Mrd. Euro an zweiter Stelle. Erstmals seit 2014 ist wieder Aufwind im Außenhandel mit dem südlichen Nachbarland zu bemerken, mit einem Exportplus von 5% und einem Außenhandelsüberschuss von 44 Mio. Euro. Die USA liegen auf Platz 3. Dieser Markt verzeichnete im Jahr 2017 einen weiteren Zuwachs, und zwar um 15%, der zum großen Teil auf alkoholfreie Getränke zurückzuführen ist.

Die zehn umsatzstärksten Zielmärkte nehmen rund drei Viertel der gesamten Agrarexporte ein und sie liegen - bis auf die USA - alle im europäischen Raum. Das unterstreicht die Bedeutung der geografischen Nähe für den Handel mit Agrarwaren.

Käseexporte: Qualität vor Quantität

2017 wurden rund 74.000 t Käse im Wert von 330 Mio. Euro nach Deutschland verbracht. Das entspricht einer Steigerung von 11%. Österreich nimmt in der Liste der Top-10-Importländer Platz vier ein, nach den potenten Käsenationen Niederlande, Frankreich und Dänemark. Der Vergleich der Werte pro Kilo eingeführtem Käse in Deutschland erklärt die Exportstrategie der heimischen Produzenten: Qualität vor Quantität. Die Zahlen belegen, dass EU-Länder mit vielen Käsesorten geschützten Ursprungs einen höheren Erlös pro Einheit erwirtschaften. Österreich befindet sich derzeit im guten Mittelfeld. Mit geschützten und bekannten Käsespezialitäten sowie einer darauf abgestimmten Kommunikationsstrategie wollen wir weiter aufholen, erläutert AMA-Exportmanagerin Margret Zeiler.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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