Aus dem Heft

Hohe Betriebsmittelpreise: So trifft es unsere Bauern

Nicht nur für Dünger müssen die Landwirte immer tiefer in die Geldbörse greifen. Auch andere Betriebsmittel verteuerten sich gewaltig. Wir haben uns bei den Betroffenen umgehört.

Neben dem Lebensmittelhandel war die Landwirtschaft der Gewinner der bisherigen Lockdowns, so die landläufige Meinung. Doch weit gefehlt. Einige Direktvermarkter verzeichneten zwar temporär gewisse Umsatzzuwächse. Allerdings leidet das Gros der Bäuerinnen und Bauern seit dem Corona-Pandemiebeginn gewaltig unter den Auswirkungen. Vor allem der Kostendruck auf den Höfen wird immer größer – und das, obwohl die Lebensmittelpreise für die Konsumenten stetig steigen.

„Die Preisexplosion bei den Betriebsmitteln bringt uns Bauern noch um, diese Kosten können wir kaum mehr stemmen“, bringt Josef Schmidthaler aus der Laussa (Bezirk Steyr-Land, OÖ) die prekäre Situation auf den Punkt. Den Grünlandlandbauern und Chef von 35 Milchkühen plagen wie viele seiner Berufskollegen die rasant gestiegenen Betriebsmittelkosten.

3,25 Cent Futter-Mehrkosten

„Die Kollegen Getreidebauern haben natürlich auch ihren Kostendruck und sollen gut verdienen dürfen. Doch reine Grünlandbauern wie ich müssen Kraftfutter zukaufen. Wir haben das Problem, dass wir die Teuerungen bei den Futtermitteln in unseren Milchpreisen einfach nicht umsetzen können.“

Schmidthaler präsentiert uns dazu auch seine Rechnungen: Demnach verteuerte sich für seinen Betrieb die Eiweißmischung seiner Kühe (50 % Soja, 50 % Rapsschrott) innerhalb eines Jahres von 44,30 €/100 kg (Oktober 2020) auf fast 68,60 €/100 kg (September 2021). Eine Teuerung um satte 55 %. Bei der von ihm gewählten Getreidemischung macht der Unterschied von Anfang ­November 2020 (23,10 €/100 kg) auf Ende Oktober 2021 (32,30 €/100 kg) immerhin 40 % aus.

„Wenn der Milchpreis parallel zur Futterpreissteigerung mitsteigen würde, wären die Mehrkosten nicht das Problem“, findet Schmidthaler. „Umgelegt auf das produzierte Kilo Milch machen nur die Mehrkosten fürs Kraftfutter bei uns 3,25 Cent aus!“

Die Alternative, weniger Kraftfutter zu füttern, brächte ihm allerdings weniger Milch und schlechtere Inhaltsstoffe, was sich wieder negativ auf sein Milchgeld auswirken würde.

Doch neben den Futterkosten steigen auch die Preise für Ersatzteile, die Mechanikerstunde oder für den Diesel. Letzterer stieg laut den Abrechnungen im Jahresvergleich 11/2020 zu 11/2021 von 0,91 € auf 1,40 €/l. „Dieser Preisanstieg um fast 54 % macht für eine Füllung meiner Hoftankstelle 1 000 € aus“, rechnet uns der Milchbauer vor.

Resignieren will Schmidthaler dennoch nicht, sein Glaube an die Politik ist aber „enden wollend“. Das Mindeste wäre, „endlich die lückenlose Herkunftskennzeichnung bei den agrarischen Lebensmitteln umzusetzen.“

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