IG Milch: Grünzweil solls richten

Ewald Grünzweil wurde am 30. April bei einer außerordentlichen Generalversammlung der IG Milch zum Obmann gewählt. Die Versammlung hatte im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt, weil sie ohne die Zustimmung der bisherigen Obfrau Erna Feldhofer einberufen wurde.

Ewald Grünzweil soll der IG Milch wieder auf die Beine helfen. Foto: Altmann (Bildquelle: )

Die Versammlung einberufen hatten die beiden Rechnungsprüfer Georg Pöchtrager und Erwin Thumfart aufgrund beharrlich schwerwiegender Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften, wie es in dem Einladungsschreiben heißt.
Ende vergangener Woche beraumte dann Feldhofer die Veranstaltung wieder ab, da die Rechnungsprüfer nicht berechtigt seien, eine Generalversammlung einzuberufen. Zudem sei der Vorwurf, gegen Rechnungslegungsvorschriften zu verstoßen, eine bösartige Erfindung. Die Buchhaltung des Vereins ist bis auf den letzten Cent korrekt. Die Mittel wurden ausschließlich für Vereinszwecke verwendet, so Feldhofer. Über weitere Einzelheiten zu dem von vielen, selbst aus den eigenen Reihen, als Kasperltheater bezeichneten Hickhack innerhalb der Organisation berichteten wir hier und in Ausgabe 5/2013 Seite 6.

Wie dem auch sei: Die Generalversammlung fand statt, zwischen 150 und 200 Bauern kamen, und Grünzweil wurde trotz einiger Gegenstimmen und Enthaltungen wieder zum Obmann gewählt. Bekanntlich stand der Landwirt aus Bad Leonfelden der Organisation bereits von 2004 bis 2010 als Obmann vor. Zu seinem Stellvertreter wählten die anwesenden Mitglieder Friedrich Gillinger aus Martinsberg. 

"Momentan ganz unten"

Für den wiedergewählten Schriftführer Englbert Neubauer wird jetzt nach den letzten schweren Tagen und Stunden ein neues Kapitel aufgeschlagen." Ihm sei klar, dass die IG Milch momentan ganz unten sei. Neubauer: Aber ich hoffe, dass alle Verantwortlichen wieder das Hirn einschalten. Ab sofort muss es wieder darum gehen, für das eigentliche Ziel zu kämpfen: Die Position der Milchbauen nachhaltig zu verbessern."

Erna Feldhofer hat nach eigener Aussage noch keine Mitteilung über die Versammlung und ihre eigene Abwahl am Dienstag bekommen. Ich warte jetzt darauf, dass ich etwas bekomme." Aber auch wenn sie nach wie vor davon überzeugt ist, dass diese Generalversammlung nicht rechtsgültig war, deutet sie an, einzulenken. In die gleiche Richtung argumentiert auch Franz Handler (bisheriger Obmann-Stellvertreter): Wenn wir das Prüfergebnis haben, dass die Kassa stimmt, dann lassen wir es gehen."

Unterm Strich ist anzumerken: Von dem von Feldhofer bei ihrem Amtsantritt vorgebenem Motto: „Das Ziel nicht vergessen, den Weg nicht verlassen, den Mut nicht verlieren“, ist man in der IG Milch derzeit meilenweit entfernt. Jetzt muss sich zeigen, ob es dem neuen, alten Obmann gelingen wird, dem Verein wieder auf die Beine zu helfen.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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